… Indonesien

Auf einen Blick:

  • Hauptstadt: Jakarta

  • Sprache: Bahasa Indonesia

  • Währung: Rupien IDR

  • Einreisebestimmungen: Visa on Arrival für Deutsche für 30 Tage, kann um 30 Tage verlängert werden

  • Reisezeit: Trockenzeit von Mai bis September

Indonesien - Inselstaat in Südostasien, der als größter Archipel der Welt mit  über 2,02 Millionen Quadratkilometern gilt und aus 17.000 Inseln besteht. Es gibt 4 Inselgruppen: Die bekanntesten sind wohl die kleinen Lunda-Inseln, zu denen die beliebten Inseln Bali, Lombok und Flores gehören, sowie Sumbawa, Alor, Sumba und Timor. Zu den großen Sunde-Inseln zählen Java mit der Hautstadt Jakarta, Kalimantan, Sumatra und Sulawesi. Weitere, eher untouristische Inselgruppen sind die Molukken und Westpapua.

Mount Agung, Balis höchster Vulkan

Indonesiens Bevölkerung umfasst mehr als 262 Millionen Einwohner und es gibt 6 offizielle Religionen, wobei der Islam den größten Anteil der Bevölkerung ausmacht und der Balinesische Hindiusmus eine ganz besondere Form des Hinduismus ist. Weitere Religionen sind Buddhismus und Christentum.

Die Indonesier sind ein unglaublich offenes und freundliches Volk. Man erntet immer ein Lächeln und besonders in umtouristischen Gegenden freuen sich die Locals immer dich zu sehen. Unterwegs mit dem Roller begegnen dir wild winkende “Hallo” vor Begeisterung schreiende Kinder und nicht selten wirst du um ein Selfie gebeten. 

Diese außerordentliche Gastfreundlichkeit bekommt du in Homestays, Restaurants und Cafes sehr deutlich zu spüren. Alles sind daran interessiert, wo du herkommst, was du machst und wie lange du bleiben möchtest. Die Indonesier sprechen außerdem richtig gut englisch, was die Kommunikation ganz einfach macht.

Besonders wenn es um Vielfalt und unglaubliche Natur geht, kann vermutlich kein anderes Land mit Indonesien mithalten. Von den mehr als 17.000 Inseln sind nur ca. 1/3 bewohnt. Der tropische Inselstaat liegt am pazifischen Feuerring und es gibt insgesamt alleine 70 Vulkane, die als aktiv eingestuft werden.

Tiu Kelep Waterfall, Lombok

Neben den absoluten Inselparadiesen und Traumstränden liegt der größte See Südostasiens in Indonesien, in Sumatra leben heutzutage noch wilde Orang-Utans an einem der nur 2 Orten weltweit im Regenwald und auch sonst ist die Flora und Fauna des Staates  eine ganz Besondere.

Balangan Beach, Uluwatu

Einreise und Visum

Für die Einreise in den Inselstaat in Südostasien benötigen Deutsche ein Visum. Dieses ist entweder on Arrival am Flughafen oder vorher online hier zu beantragen. Das B1 Tourist Visa on Arrival ist für 30 Tage gültig und kann online oder vor Ort in Behörden um weitere 30 Tage verlängert werden. Um Zeit bei der Einreise am Flughafen zu sparen lohnt es sich, das E Visa vorher zu beantragen. Aber Vorsicht: hier gibt es von unterschiedlichen Reisenden unzählige Erfahrungen, die sich von anderen unterscheiden. 

Laut Bestimmungen kann die Genehmigung des E Visums bis zu 4 Tage dauern. Man benötigt allerdings ein Ausreiseticket. Greift man hier auf ein Onward Ticket zurück, das nur 48 Stunden gültig ist, läuft dieses natürlich zur Einreise bereits ab und man kann im Falle der Kontrolle eines Beamten kein zum Visum passendes Ausreiseticket vorweisen. Bei der Einreise auf Bali kommt es häufig vor, dass man kein Ausreiseticket vorweisen muss, auf Java hingegen schon. Es scheint also noch keine Verallgemeinerung der Vorgehensweisen zu geben.

Zudem ist die Homepage der indonesischen Regierung ist extrem Fehlerverseucht. Hier hilft nur Austesten, ohne VPN, unterschiedliche Browser usw. Auch bei meinen Beantragungen dauerte es oftmals ein paar Anläufe, das 30 Tage Visum habe ich online dann aber immer erhalten. Kosten sind übrigens knapp 30€ und du benötigst ein Passbild von dir, wie auch von deinem Reisepass und eben ein Ausreiseticket.

Jetzt zu meiner persönlichen Erfahrung. Ich habe 3x das B1 Visum 1 (!) Tag vor Einreise mit Onward Ticket beantragt. Das Visum wurde in allen 5 Fällen sofort genehmigt und die Email mit der PDF Datei kam noch im selben Moment. Ich wurde bei der Einreise in Bali nie nach einem Ausreiseticket gefragt, sondern bin durch ein automatisches Schrankensystem ‚eingereist‘, in dem ich den QR Code des Visums scannte. Hier kam ich mit keinen Beamten in Kontakt. Ob das auch für andere internationale Flughäfen gilt, kann ich natürlich nicht sagen. 

Davon, direkt das 60 Tage Visum zu beantragen würde ich generell abraten. Es kostet knapp 88€ und von anderen Reisenden habe ich oft gehört , dass es grundlos abgelehnt wird. Das Geld ist dann natürlich auch weg. 

Kleines Fazit: die Beantragung des Visums in Indonesien ist eine bunte Tüte voller Überraschungen. Die sicherste Wahl ist wohl nach wie vor das Visa on Arrival. 

Simkarten

Das Thema Simkarte ist etwas komplizierter in Indonesien, da dein Handy aufgrund vieler Diebstähle in Vergangenheit registriert werden muss. Dies geht nur an offiziellen Stellen. Dein Handy ist auch nur für 3 Monate registriert und muss, falls du erneut einreist, wieder neu registriert werden. Ohne diesen Aufwand hat die Simkarte kein Netz.
Natürlich sind die Simkarten am Flughafen extrem teuer, du kannst deinen Fahrer aber fragen, ob er für dich an einem offiziellen Handyshop anhält. Die meisten kennen sich da natürlich sehr gut aus. Für die beste Netzabdeckung ist der Anbieter Telkomsel zu empfehlen. Du kannst dir im Anschluss auch die App herunterladen und deine Daten sehr günstig wieder aufladen.

Transport

Der Transport unterscheidet sich natürlich von Insel zu Insel. Auf Java beispielsweise kann man sehr gut mit dem Zug (buchbar unter Tiket.com) von A nach B kommen, während es auf Bali und Lombok kein Schienennetz gibt. Hier bist du hauptsächlich auf Taxen und Grab angewiesen, was ganz schön ins Geld gehen kann. In den Ortschaften kommt man um einen Roller kaum herum, da diese nicht wirklich Fußgängerfreundlich angelegt sind und oftmals auch sehr weitläufig sind. Die Preise für den Rollerverleih variieren je Ort. Auf Lombok zahlten wir z.B. nur 60k IDR und auf Bali meist 90k oder sogar 100k IDR, wobei die Roller hier auch neuer und gepflegter waren.

Good to know - ein bisschen Talk unter Reisenden

  • viele Indonesier sprechen richtig gut Englisch und sind immer auf einen Plausch mit dir aus

  • Indonesiens Währung ist verrückt, oftmals fehlt es sogar in Convenience Stores an Wechselgeld wie z.B. den 1000 IDR Scheinen oder Münzen - in local Stores kriegt man da schon gerne mal Bonbons anstelle von Scheinen, kein Scherz

  • Handys müssen für lokale Simkarten registriert und freigeschaltet werden, diese Registrierung läuft nach 3 Monaten ab und muss dann erneut freigeschaltet werden

  • Vom sogenannten Bali Belly hat sicher jeder schon mal gehört - Aufpassen bei Lebensmitteln ist sicher gut, aber mach dich nicht verrückt

Bali

Bali ist wohl ohne Zweifel die am Stärksten vom Tourismus eingenommen Insel Indonesiens und in aller Munde. Hier haben sich viele Expaten niedergelassen und eine ganz eigene Kultur gebildet. In sämtlichen Orten wie Canggu oder Uluwatu gibt es unzählige hippe Restaurants und Cafés, Boutiquen und Clubs. Hier tobt das Leben - das muss man mögen. 

Bali abseits dieser Entwicklungen zu erleben ist aber auch heute noch absolut möglich, z.B. in Orten wie Amed, Sidemen oder dem Durchgangsort Padang Bai, in dem Speedboote und Fähre nach Lombok ablegen. 

Und was Bali nun so einzigartig macht ist unter anderem die dort gelebte, besondere Form des Hinduismus. Dieser basiert auf dem altmalaiischen Animismus und nimmt an, dass sämtliche Teile der Natur beseelt sind. Der ursprüngliche Glaube wurde jeweils von Buddhismus und Hinduismus beeinflusst und so entstand diese ganz eigene Form des Glaubens. Offiziell wird diese Form des Glaubens als Agama Hindu Dharma bezeichnet.

Gut und Böse wird anders betrachtet als in westlichen Kulturen. Beide existieren parallel zueinander und sind Teil von etwas Größerem. Balinesen streben nach Harmonie und Gleichgewicht und der Glauben ist tief im Alltag integriert. Opfergaben für die Götter an Tempelanlagen sind beispielsweise ein tägliches Ritual. Aber nicht nur in Tempeln findet man diese als Canang Sari bezeichneten Gaben, sondern eigentlich vor jeder Haustür oder vor jedem Grundstück, sogar in Restaurants, Cafés und kleinen Läden. Schälchen aus geformten Bananenblättern werden mit kleinen Gaben wie Reis und Crackern gefüllt und dazu ein Räucherstäbchen angesteckt. Am frühen Morgen kann man die Balinesen in schönen Gewändern zum Tempel pilgern sehen. Für mich von außen betrachtet, ohne tiefergehende Kenntnisse eine wunderschöne Religion, die man in den kleinen Orten, die abseits der mittlerweile westlichen Orte Canggu oder Uluwatu noch überall beobachtet werden kann.

Meine Zeit auf Bali verbrachte ich in den Orten Amed, Ubud, Uluwatu, sowie den zugehörigen Inseln Nusa Lembongan und Nusa Penida und kam außerdem für 2 Nächte vor und nach der Fährfahrt nach Lombok in Padang Bai unter. Und unterschiedlicher könnten die Orte kaum sein. 

Amed

Der Küstenort im Nordosten der Insel besteht förmlich aus einer 5km langen Hauptstraße, die mit Homestays, Restaurants und Cafés besiedelt ist. Der Tourismus ist hier zweifelsohne eingekehrt, dennoch ist der Ort absolut nicht überlaufen und ich würde sogar behaupten, hier ist der Hund begraben. Während meiner 10 Tage im Ort hatte ich sogar das Gefühl, ab 19 Uhr werden hier die Bürgersteige hochgeklappt, in den Restaurants und Bars war nicht wirklich viel los. Dennoch bietet Amed einige wirklich tolle Cafés, wie z.B. das Rimba Cafe, Oneway Espresso oder St. Bernard Coffee. Besonders leckere indonesische Küche aßen wir in den Warungs Ole, Super PedasMakan Manalagi und Asri. Letzteres sogar mit tollem Blick aufs Meer. 

Amed liegt am Fuße des magischen Vulkans Mt. Agung und ist bekannt für seine schwarzen Sandstrände aus Vulkanasche und für seine Riffe direkt vor den Stränden. So kann man zum Beispiel am Lipah Beach einfach vom Strand aus schnorcheln gehen und die Unterwasserwelt bestaunen. Im Ort haben sich zudem viele Tauchschulen angesammelt, die Tauchkurse und Tauchgänge im offenen Meer anbieten.

Uluwatu

Wesentlich mehr los als in Amed ist hingegen im Süden der Insel, in Uluwatu. Wenn ich Uluwatu beschreiben müsste dann mit den Worten: “Hauptstraße, weitläufig, aber schöne Strände”. Kurze Erklärung meiner Wahl: Uluwatu ist riesig und eher eine ganze Gegend, als nur ein Ort. Wir wohnten in Ungasan, das wirkte als würde es aus einer extrem belebten Hauptstraße und einigen Cafés und Restaurants bestehen. Aber auch die anderen belebten Ortschaften wie Padang Padang waren eher eine Hauptstraße, an der eben Shops und Cafés angesiedelt waren. Gehen kann man an diesen Straßen mal mehr, mal weniger. Ein Roller ist hier einfach Pflicht, der Verkehr aber ziemlich abgefahren, das Fahren hier muss man sich erstmal trauen.

Balangan Beach

Uluwatu hat aber wohl die schönsten Strände der Insel zu bieten. Allen voran der Kilometerlange Melasti Beach. Besonders schön fand ich aber auch den Padang Padang und Balangan Beach.

Padang Padang Beach

Aber Uluwatu ist neben dem Paradies für Strandliebhaber auch eines für kleine Gourmets. In vielen Restaurants hier findet man High End Food für einen wirklich bezahlbaren Preis. Ganz so ein Gourmet bin ich hingegen nicht, so gab ich mich mit den nicht weniger tollen Cafés und Warungs zufrieden. Zu meinem Lieblingscafé machte es Tarabelle. Aber auch the Loft, BGS Bali (Homemade Almond Milk probieren) und Cuppa Espresso bieten eine tolle Auswahl und richtig guten Kaffee. Wenns um Local Food geht kommt man um das Warung Yeye’s und das Warung Local nicht vorbei. Eine Art Buffet mit richtig viel Auswahl - traditionell indonesisch, aber ein bisschen weniger rustikal mit ganz viel Veganer und vegetarischen Speisen. 

Bei Uluwatu war es vielleicht nicht liebe auf den ersten Blick, aber als ich mich nach ein paar Tagen an den Trubel und den wilden Verkehr gewöhnt habe, habe ich den Ort irgendwie so richtig lieben gelernt und ihm deswegen einen eigenen Blogpost mit Tipps und Highlights gewidmet.

La Terazza Uluwatu

Ubud

Ubud gilt als das kulturelle Zentrum Balis und liegt inmitten der Insel zwischen den herrlichsten, grünen Reisterassen.

In Ubud gibt es einige Spots, die mittlerweile extrem überlaufen sind, wie z.B. der Monkey Forrest, der auch direkt an der Hauptstraße gelegen ist, an der einfach unglaublich viel los ist. Diese Orte habe ich gerne gemieden. Darüber hinaus fährt man aber nur 10 Minuten von eben der Haupteinkaufsstraße in die kleinen Villages und fühlt sich im echten Bali angekommen. Von den Hauptstraßen ab führen kleine Gassen, in der kaum ein Auto fahren kann. Hier wohnen die Locals in ihren kleinen Häuschen versteckt hinter traditionellen Gemäuern. Oftmals haben sie eigene Tempel auf ihren Grundstücken, überall liegen Canang Sari (Gaben für die Götter) und es riecht nach Räucherstäbchen. 

Ubuds wunderschöne Seitengassen

Selbiges gilt für die Reisterassen. Die bekanntesten sind wohl die Tellalagang Reisfelder, an denen mittlerweile sogar Cafés mit Viewpoints und Infinitypool errichtet wurden. Hier ist natürlich einiges los. Wesentlich ruhiger hingegen ist es nördlich von Ubud, hier gibt es einen kleinen Weg durch wenig bekannte Reisterassen, der besonders zum Sonnenuntergang wunderschön entlang zu spazieren ist. Bei Google Maps findest du ihn hier unter dem Namen ‘Rice Fields Walk’.

Rice Fields Walk

Der hauseigene Tempel meiner Gastfamilie

Auch mein absolutes Lieblingscafé findest du in einer wunderschönen, ruhig gelegenen Gegend, das Blend Cafe. Hier gibt es nicht nur die am schönsten hergerichteten Smoothie Bowl, sondern auch weit und breit die leckersten. Mittlerweile habe ich fast alle probiert und ich glaube ‘Blu’ ist mein Favorit, die anderen sind aber auch allesamt unfassbar gut.
Ansonsten fand ich das Warung Pojok und das Ivy Cafe super. Richtig guten und vor allem günstigen Kaffee gibt es bei Jaya Coffee Roasters.
Besondere Erwähnung verdient auch meine Unterkunft, das Artawa House*. Eines der tollsten Homestays, in denen ich bisher unterkommen durfte. Geräumiges, mehr als sauberes Zimmer mit eigener Küche und eine willkommen heißende Familie, die mich gefühlt adoptierte. Hier macht die Unterkunft dem Titel Homestay wirklich alle Ehre.

Nusa Lembongan

Nusa Lembongan ist eine kleine Insel, die geografisch zu Bali gehört. Die beiden Inseln trennen nur eine 30 minütige Speedboatfahrt voneinander. Lembongan ist aber wesentlich kleiner und umfasst nur etwa 8 Quadratkilometer, auf denen ca. 5000 Menschen leben. Die kleine Insel und ihre Nachbarinsel Nusa Ceningang liegen im Korallenriff, weisen wunderschöne weiße Sandstrände und türkisblaues Wasser vor und sind nur durch die sogenannte gelbe Brücke voneinander getrennt. Diese ist nur mit Rollern zu überqueren und das kann sich manchmal ganz schön abenteuerlich anfühlen.

Seetang Platagen zwischen den Inseln Bei Ebbe

Lembongan ist wesentlich ruhiger als Bali, die Kultur ist aber die gleiche; Balinesischer Hinduismus. An einige Strandabschnitten, wie z.B. dem Mushroom Beach ist der Tourismus eingekehrt, dennoch geht hier alles ganz entspannt zu. 

Mushroom Beach

Von den Stränden im Westen der Insel, wie z.B. dem Mushroom Beach kann man bei guten Sichtverhältnissen Mount Agung auf Bali bestaunen, das ist besonders zum Sonnenuntergang wunderschön. Ansonsten fand ich den Dream Beach toll und die Blue Lagoon auf Nusa Ceningang.

Mein go to Frühstücksspot war das Rigils Lembongan, während es den besten Kaffee im Mushroom Espresso gibt. Kaffee mit toller Aussicht kann man im Black Wood Coffee auf Ceningan genießen.

Dream Beach

Nusa Penida

Nusa Penida ist 10 Minuten Bootsfahrt von Lembongan entfernt und mit ihren 20 Quadratkilometern wesentlich größer. Die Insel ist bekannt für ihre raue Natur und ihre harschen Klippenformationen. Den bekannten T-Rex am Kelingking Beach oder Bilder vom Diamond Beach hat wohl schon fast jeder einmal bei Instagram gesehen.

Aber die Insel war für mich überraschenderweise noch so viel mehr als nur raue Küste. Ich fand sie unglaublich schön grün und lebendig und vor allem irgendwie so gar nicht überlaufen. 

Während man auf Nusa Lembongan je nach Wohnort auch noch ganz gut zu Fuß unterwegs ist, benötigt man hier auf jeden Fall einen Roller, da die Strecken wirklich weit sind. Die Straßenverhältnisse auf Penida sind leider genauso wild und schroff wie die Küste: unzählige Schlaglöcher und vor allem Autos, die diesen ausweichen und mitten auf der Straße fahren. Da ist Vorsicht geboten.

Grünes Nusa Penida

Der bekannteste Spot ist wohl der bereits erwähnte T-Rex am Kelingking Beach. Ich hatte absolut damit gerechnet, dass es hier am Aussichtspunkt zu egal welcher Uhrzeit sehr voll sein wird. Da ich keinen Abstieg zum Strand alleine geplant hatte, kam ich zur Golden Hour am Abend und wurde erstmal von Menschenmassen und Baustellenromantik erschlagen. Noch viel mehr erschlagen hat mich aber die Aussicht auf die Felsformation. Nun hatte ich Bilder bereits 100x auf Social Media gesehen, aber diese Dimensionen in Realität zu erblicken hat mich komplett umgehauen. Ich konnte mich in den Wellen mit meiner Kamera komplett verlieren und die Massen um mich herum ausblenden. Manchmal sind solche Spots den Hype auch einfach wert.  

Kelingking Beach

Kelingking Beach

Wer auf Penida neben den herkömmlichen Sehenswürdigkeiten einen Strandtag einlegen möchte, kann dies in der Gamat Bay, ein wunderschöner schwarzer Sandstrand mit kleinem Warung und Sonnenliegen.

Sehr leckeres Essen und Kaffee gibt es im Sunny Cafe Penida und Wyn’s Penida Cafe. Meine Unterkunft Nata’s Cottages* kann ich außerdem auch absolut empfehlen.

Etwas weniger beeindruckend fand ich die Klippenformationen Angel Billabong und Broken Beach, einen Besuch sind sie dennoch wert.

Gamat Bay

Lombok

Lombok liegt östlich von Bali, ist etwas kleiner als diese und bei Weitem noch nicht so touristisch. Dennoch steht die Insel Bali in nichts nach. 
Im Gegensatz zur balinesischen Bevölkerung, die den Hindus angehören, sind Lomboks Einheimische muslimische Sasaks, was im Alltag deutlich zu spüren ist. 

Hauptsehenswürdigkeiten auf Lombok um den kleinen Surferort Kuta, sind die Reisterassen in Tetebatu und der aktive Vulkan Rinjani, der mit seinen 3726m der zweitgrößte Vulkan Indonesiens ist. Rinjani ist in einem mehrtägigen Hike zu besteigen und ein absolutes Highlight für viele Reisende.

Selong Belanak Beach

Kratersee des Vulkanes Rinjani

Anreise

Lombok verfügt über einen internationalen Flughafen. Von Bali aus ist die Insel aber auch per Speedboat oder Slow Ferry zu erreichen. Beide legen am Hafen in Padang Bai ab.

Es gibt unterschiedliche Anbieter für die Speedboote, man kann sich online (z.B. 12go.asia) über die Abfahrtzeiten informieren und die Tickets vor Ort kaufen. Den Fahrten eilt aber ein schlechter Ruf voraus, oftmals ist die See sehr rau und die Belüftung auf den Booten schlecht. Angesetzt sind sie mit ca. 3 Stunden, bis man Lombok erreicht kann es aber auch schon mal länger dauern, da erst auf 2 der 3 Gili Inseln gehalten wird. Die Überfahrt kostet je nach Saison 11-17€

Mit den Speedbooten erreicht man Hafen in Bangsal im Norden Lomboks. Von hier aus sind es bis nach Kuta beispielsweise noch zwei Stunden Fahrt.

Die Slow Ferry legt an sich 24 Stunden pro Tag ab, genaue Abfahrtzeiten sind schwierig in Erfahrung zu bringen und Tickets kann man nur vor Ort am selben Tag erwerben. Die Überfahrt dauert um die 5,5 Stunden, ist aber durch viel Platz auf unterschiedlichen Sitzmöglichkeiten und einen kleinen Boardkiosk meiner Meinung nach wesentlich angenehmer als die Fahrt mit dem Speedboat. Bisher bin ich 2x mit der Fähre gefahren, einmal legte sie um ca. 9 Uhr morgens ab, die anschließende um ca. 11.30 Uhr. Man sollte auf jeden Fall mindestens eine Stunde vorher vor Ort sein, um Tickets zu erwerben, ansonsten muss man auf die nächste Fähre warten. Für den Ticketkauf benötigst du deinen Reisepass und die Überfahrt kostet ohne Roller ca. 4,70€ und mit Roller etwa 10€.

‘Check in’ für die Slow Ferry am Hafen in Padang Bai

Die Slow Ferry legt auf Lombok am Hafen in Lembar an. Bis nach Kuta ist es ca. eine Stunde Fahrt.

Auf Lombok ist Grab eher unüblich und so gut wie nur in der größten Stadt Mataram angeboten. Von den Häfen aus ist man also leider auf ein Taxi angewiesen. Leider, da die Preise für den Transport extrem hoch sind und die Taxifahrer sich auch gerne dagegen sträuben, dass Reisende sich zusammen tun und sich ein Taxi teilen. Eine Fahrt nach Kuta kostet 450k IDR, was ca. 26€ entspricht. In Kuta vor Ort kann man Fahrten bei den Travelagency’s buchen. Diese werden überall an den Straßenrändern angeboten und kosten wesentlich weniger (um die 150k IDR).

Fährfahrt von Lombok zurück Richtung Bali

Kuta

Kuta war ursprünglich ein kleines Fischerdörfchen im Süden Lomboks und begann in den vergangenen Jahren zu boomen. Das Dorf ist nach wie vor überschaubar, bietet einige Hostels und Homestays, lokale Warungs, aber auch fancy Cafes und Restaurants mit tollen Menüs zu erschwinglichen Preisen. Damit steht Kuta den Ortschaften auf Bali sich in nichts mehr nach, es geht vergleichsweise aber noch recht ruhig zu. 
Meine Lieblingscafes sind das Milk Espresso, Mushroom Espresso und Munchies. Die lokale Küche schmeckt in den Warungs Rezeki, Bu De und Flora besonders gut.

Kuta, Lombok

Kuta Beach, der direkt im Dorf liegt ist eher bescheiden. Die Strände im Umkreis von ca. 20km sind dafür umso schöner. Tanjung Aan, ein weißer Traumstrand mit türkisblauem Wasser lädt aufgrund der geringen Strömung zum Schwimmen ein, während die anderen Strände wie Mawun und Tampah bei Surfern sehr beliebt sind. 

Tanjung Aan Beach

Für Anfänger ist der Strand Selong Belanak perfekt. Hier gibt es einige Surfschulen und die Bedingungen sind wirklich optimal. Da die Strände aber alle mindestens 15 Minuten Fahrt von Kuta entfernt sind, kommt man um einen Roller hier nicht herum. 

Selong Belanak Beach

Tetebatu

Tetebatu ist ein kleines Dörfchen am Hang des Vulkanes Rinjani inmitten von grünen Reisterassen, die das ganze Jahr über bewirtschaftet werden. Hier kann man so richtig ins einfache Leben hinabtauchen. 
Im Dorf gibt es einige Homestays, mit wunderschönen Ausblicken auf die Reisfelder. Die Hosts der Homestays bieten Touren durch die Umgebung rund um Tetebatu an. Hier erfährt man einiges über die Reisernte und gelangt an Orte, die man sonst sicherlich nicht gefunden hätte. So eine Tour ist also ein absolutes Muss , aber neben Erkundungen mit dem Roller auch fast das Einzige, was hier an Aktivitäten geboten ist.
Wir kamen in den Bungalows Satu Lingkung* unter und waren begeistert, was die Jungs hier auf die Beine gestellt haben: tolle kleine Bungalows mit wunderschöner Aussicht und unglaubluch leckeres Essen mit selbstgepresstem Kokosnussöl. Guten Kaffee, sehr gute lokale Küche, aber auch ausgefallene Speisen findest du in Ima’s Cafe und Orchard. Hier gibt es niederländische Bitterballen oder auch veggie Hotdog mit Tempeh. Zustande kommt diese Kombi, da Ima ihre Küche aus Java mit der ihres Mannes aus den Niederlanden zusammenbringt.

Java

Java ist die bevölkerungsreichste Insel Indonesiens und beherbergt dessen Hauptstadt Jakarta. Auf der Insel leben ca. 145 Millionen Menschen, die hauptsächlich dem Islam angehören. Wegen ihrer Bevölkerungsdichte aber eine der meist besiedelten Regionen der Welt, was sich besonders in den Städten bemerkbar macht.

Java hat für mich aber besonders eins zu bieten: Unvergleichliche Naturwunder. Und dazu zählen vor allem die etwa 30 aktiven Vulkane der Insel, die am pazifischen Feuerring liegt und deswegen von besonders erhöhter tektonischer Aktivität betroffen ist.

Die wohl bekanntesten Vulkane sind die dem Bromo Semeru Tengger Nationalpark angehörigen Bromo und Semeru, sowie Ijen und der dauerhaft aktive Merapi. Aber nicht nur Vulkane prägen das Landschaftsbild, sondern auch Regenwald und Reisfelder. 

Meine Reise durch Java haben aber vor allem auch die Menschen so besonders gemacht. Indonesier bestechen durch ihre unglaublich offene Art und haben wirklich immer einen Scherz und ein Lachen auf Lager.

Wie kaum woanders auf der Welt waren die Locals ganz aufgeregt an uns interessiert, grüßten uns zum Überfluss (positiv gemeint) mit ‘Hello Misterrrrr’ und wollten immer wissen, woher wie kamen und was unsere Pläne sind. Mehrfach am Tag wurden wir nach Selfies gefragt - undercover bleiben hier kaum möglich.

Transport

Java ist hingegen zu anderen indonesischen Inseln sehr gut erschlossen. Die Insel ist entweder per Flug an einen der großen internationalen Flughäfen, oder von Bali sogar per Bus (inklusive Fährfahrt) zu erreichen. Die längeren Strecken von Ort zu Ort kann man mit dem Zug zurücklegen. Tickets sind online ganz leicht über die Website Tiket.com zu erwerben. Die Zugfahrten sind wirklich angenehm. Man kann zwischen verschiedenen Klassen wählen, uns reichte die Ekonomie vollkommen aus. Sogar Essen kann an Board erworben werden. 

Um an spezielle, kleinere Orte zu gelangen kommt man um einen privaten Fahrer nicht herum, der am besten per Grab zu buchen ist. Ansonsten kann man sich natürlich auch einen Roller leihen und ist selbst mobil. 

Zugfahren auf Java mit toller Aussicht

Essen 

Javas Küche unterscheidet sich ein wenig von z.B. der Balinesischen. Ein berühmtes Gericht ist Pecel, eine Art Salat mit verschiedenem, gekochten Gemüse, würziger Erdnusssauce und Reis. 

Pecel

In der Region um Yogyakarta solltest du Gudek unbedingt probieren. Jackfruit in Kokosblütenzucker, dazu Ei und Reis. Dieses wird normalerweise mit Hühnchen und auch Kretec gegessen, was offenbar Kuhhaut ist. Im Restaurant ‚Gudeg Yu Djum Pusat‘ sprach man wunderbar englisch und wir konnten das Gericht vegetarisch bekommen.

Gudeg aus Yogyakarta

Highlights auf Java

Mir fällt es schwer, die Highlights im Osten der Insel zusammenzufassen, weshalb ich dazu einzelne Blogbeiträge erstellen werde. 

Beginnen wir aber knapp mit Kawah Ijen, der am Besten vom Ausgangsort Banyuwangi an der östlichen Küste Javas zu erreichen ist. Banyuwangi ist auch die Verbindung per Fähre zu Bali, weshalb der Ort oft den ersten Punkt vieler Java-Reisen ausmacht. 

Ijen ist ein Stratovulkan auf Java, der sich in einer Einbruchscaldera von 16km bildete. Diese Caldera gehört zu den weltweit größten, obwohl von ihrer Größe nur noch ein Bruchteil vorhanden ist. Sie ist durch den Einbruch eines Zwillingsvulkanes entstanden. Zu dieser Caldera zählen neben Ijen noch 8 weitere Vulkane und beherrbergt vor allem den türkisblauen Kratersee Kawah Ijen. Als einer der zwei weltweit einzigen Orte kann man hier die blauen Flammen sehen, die durch Reaktionen von Schwefel und Sauerstoff entstehen.

Vom Ausgangsort Banyuwangi kann man entweder eine Tour zum Kratersee buchen, oder aber man startet auf eigene Faust: Roller mieten, den Wecker auf 1 Uhr morgens stellen und los gehts. Genauer erkläre ich die Tour auf eigene Faust hier.

Bromo Tengger Semeru Nationalpark

Das nächste Highlight ist der Bromo Tengger Semeru Nationalpark, den man am Besten per Sammeltaxi oder mit privatem Fahrer aus Probolinggo erreicht. Ebenfalls gelegen in Ostjava umfasst der Park den Namensgeber Mount Bromo, sowie Mount Batok und das Dach Javas, den höchsten Vulkan der Insel: Mount Semeru. Dieser wird auch Mahameru genannt, zu Deutsch “großer Berg”. 

Die Caldera des Bromo Tengger Nationalparks hat einen Durchmesser von ca. 10 - 12 Kilometern. Hier ist der Sonnenaufgang mit Blick auf die Caldera ein Muss, sowie der Aufstieg zum dampfenden Krater des Bromo. Hier findest du einen ausführlichen Blogartikel zum Aufstieg ohne Tour.

Air Terjun Tumpak Sewu

Ein Besuch von Wasserfällen darf bei keiner Reise nach East Java fehlen. Besonders bekannt ist hier Air Terjun (steht für Wasserfall) Tumpak Sewu. Dieser ist leider nicht durch öffentliche Verkehrsmittel erreichbar, sondern erfordert entweder einen für indonesische Verhältnisse teuren Privatfahrer, oder man fährt mit dem Roller eben selbst. Als Ausgangslage wählten wir die Stadt Malang, liehen uns einen Roller und machten uns früh morgens selbst auf den Weg zum Wasserfall, dessen Name zu deutsch übersetzt ‘1000 Wasserfälle’ bedeutet. Und genau diese vielen Wasserfälle machen Tumpak Sewu so besonders. Aufgrund seiner Popularität in den letzten Jahren ist die Gegend um den Wasserfall aber zu einem kleinen Freizeitpark geworden. Zwar ist der Eintrittspreis von 50k IDR absolut Human, die Aussichtsplattform und Tourenbusse haben mir die Begeisterung aber etwas genommen. Diese kommen meist bereits um 7 Uhr morgens an, zu dieser Zeit hat man nämlich einfach die klarste Sicht und das Panorama kann durch den im Hintergrund erstrahlenden Vulkan Semeru ein ganz Besonderes werden. Über eine Treppe mit vielen Stufen und weiter 50k IDR Eintritt kann man auch hinunter gehen und sogar im Wasser baden.

Air Terjun Tumpak Sewu

Air Terjun Kabut Pelangi

Wesentlich beeindruckender fand ich den nicht weit entfernten Wasserfall Air Terjun Kabut Pelangi. Hier zahlten wir 25k IDR Eintritt, machten uns auf den kurzen Abstieg nach unten und hatten den Wasserfall ganz für uns alleine. Die herunterstürzenden Wassermassen waren wirklich unglaublich. 

Air Terjun Kabut Pelangi

Dennoch will ich ehrlich sein: Die eigene Anreise per Roller mit mehr als 3 Stunden pro Weg waren extrem anstrengend. Wir fuhren nicht wirklich wie erwartet durch schöne Natur, sondern in einer Tour auf Hauptstraßen hinter dreckigen LKW her. 

Von anderen Reisenden habe ich erfahren, dass sie für einen privaten Fahrer ca. 50€ bezahlt haben. Das wäre es mir nicht wert gewesen. Die lange Rollerfahrt würde ich auch nicht nochmal auf sich nehmen. Die Wasserfälle würde ich also nur empfehlen, wenn man wirklich angetan von solchen ist.

Air Terjun Kabut Pelangi

Malang

Malang ist die 2. größte Stadt Javas. Wir nutzten sie als Zwischenstopp auf der Durchreise von Cemorolawang nach Yogyakarta. Die Stadt hat meiner Meinung nach nicht ganz so viel zu bieten und wirkt super laut und überfüllt, indonesische Großstadt eben.

Hier nahmen wir uns einen Roller und besuchten die Wasserfälle Air Terjun Tumpak Sewu und Kebut Pelangi.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das nahegelegende ‘Rainbow Village Jodipan’. Die Häuser des Dorfes wurden 2016 von einer Gruppe Studenten bunt angestrichen in der Hoffnung Touristen anzulocken. Jedes Haus des Dorfes hat hier eine eigene Farbe.

über den Dächern Malangs mit Blick auf Mt. Kawi

Yogyakarta

Yogyakarta gilt als das traditionelle Zentrum Javas. Obwohl die Insel hauptsächlich muslimisch ist, befinden sich 2 große buddhistische Tempelanlagen in der Stadt und im Umkreis: Borodur und Prampagan. Der Eintritt für die Anlagen liegt bei 30€ pp und ist damit für Indonesien wirklich teuer. 

die Tempelanlage Prambanan

Die Malioboro Street im Zentrum der Stadt ist bekannt für Batikkunst und dessen Handel. Batik hat hier seinen Ursprung. Leider ist es zur Masche geworden und Touristen wird gefälschte Ware teuer verkauft. Wenn du daran interessiert bist, Batik als Andenken zu erwerben, informiere dich genau, wo du diese am besten kaufen kannst, um nicht auf Täuschung reinzufallen. 

Batik auf der Malioboro Street

Yogyakarta liegt am Fuße des aktiven Merapi, einer der aktivsten Vulkane weltweit.  Bei einer Tour über Nacht ist es möglich, Lava zu sehen. Bei klarer Sicht erkennt man den Vulkan und seine Rauchwolke aber auch so aus der Stadt.

Mount Merapi

Highlights, die nicht jeder auf dem Schirm hat

Java’s 3 S, die Vulkane Sumbing, Sindoro und Slamet

Auf Java gibt es wahnsinnige 45 aktive Vulkane, die zum großen Teil auch zu besteigen sind. 3 davon sind die in Zentral Java gelegenen Sumbing, Sindoro und Slamet, die eben als die 3 S bezeichnet werden.

Durch den Film ‘5cm’ aus dem Jahre 2012 wuchs besonders die Begeisterung für das Erklimmen der Feuerberge bei jungen Indonesiern. An Wochenenden touren sie von Insel zu Insel und treffen sich mit ihren Freunden zum Wandern. Die Summits der 3 S erreicht zu haben gilt als eine Art Bucketlist bei Wanderlustigen.

Sicht auf Sindoro vom Summit des Sumbing

Für Außenstehende ist es anfangs gar nicht so leicht, herauszufinden welche Vulkane ohne Guide bestiegen werden dürfen, wo sich Basecamps befinden und co. Für die 3 S ist kein Guide vorgeschrieben und Mount Sumbing wie auch Mount Sindoro können von einen Standpunkt aus erklommen werden, was das Abenteuer erleichtert. Die jeweiligen Basecamps der Route Garung liegen in Wonosobo, während die Wanderung des Mount Slamet seinen Startpunkt in Bambangan findet. Zu den Wanderungen wird ein spezifischer Blogartikel folgen.

der aktive Krater des Sindoro

Slamet’s Krater

Sumatra

Sumatra liegt westlich von Java und südlich der malayischen Halbinsel. Mit einer Größe von ca. 473.000 Quadratkilometern nicht nur die größte Insel des Inselstaates, sondern auch die 6. größte Insel weltweit. Und Sumatra besticht besonders durch atemberaubende Landschaften, vielfältige Kultur und Tierartenreichtum. So beherbergt die Insel einige der artenreichsten Regenwälder der Welt und bietet neben Borneo einen der zwei letzten Lebensräume für Orang Utans, welche im Gunung Leuser Nationalpark im nördlichen Teil der Insel noch frei leben. Besonders für diesen ist Sumatra bei den meisten Reisenden bekannt und eine Dschungeltour steht bei vielen Tierliebhabern auf der Bucketlist. Die Insel ist aber noch so viel mehr als nur dieser kleine Teil. Es gibt 35 aktive Vulkane, darunter Mount Kerinci, der mit 3805m der höchste Vulkan in ganz Südostasien ist. 

Mount Kerinci

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist Lake Toba, der größte See weltweit, der in einem Vulkankrater entstanden ist. Die Mentawais, eine kleine Inselgruppe im Westen sind als Surferparadis bekannt und gleichzeitig nicht weniger für ihre traditionellen Stammeskulturen und das nördliche Aceh steht für historische Bedeutung und Gedenkstätten für den Tsunami des Jahres 2004.

Lake Toba

Außerdem ist die Insel Heimat für die stark gefährdeten Tierarten des Sumatra-Tigers, Sumatra-Nashorns und Sumatra-Elefanten. Durch starke Abholzung des Regenwaldes und dem Bau von Palmölplantagen sind diese Tierarten vom Aussterben bedroht.

Transport 

Sumatra ist für Individualreisen nicht die am einfachsten zu bereisende Insel, wie ich schnell während meiner Recherche feststellte. Gerade aufgrund der Größe der Insel, sind wir auch leider nicht um einen Inlandsflug herum gekommen. Mit der lokalen Fluggesellschaft Super Air Jet haben wir gute Erfahrungen gemacht und Aufgabegepäck bis zu 20 kg war sogar inklusive. 
Öffentlicher Transport ist aber dennoch möglich. Von Padang und Jambi (oder andersherum) fährt Ayu Transport in Richtung Kerinci Seblat Nationalpark 2x je Tag. Es gibt eine Fahrt über Tag und eine der Nacht, wobei die Fahrten sich über mindestens 8 Stunden strecken. Ayu Transport erreichst du am Besten per Whats App über die Telefonnummer +62 823 6999 8881. Einziger Haken: Nicht jeder Mitarbeiter spricht hier Englisch. Google Transite half aber zuverlässig aus und das Buchen der Fahrten klappte problemlos. Die Fahrten kosteten je nach Strecke 150k (Padang) und 250k (Jambi) IDR pro Person.
Etwas einfacher gestaltete sich der Transport mit den Öffis in und um Medan, der Inselhauptstadt. Schon direkt am Flughafen findest du ein gut ausgeschildertes Busterminal und die Mitarbeiter helfen dir gerne weiter. Von hier aus ging es für uns in ca. 2,5 Stunden direkt in das Dorf Berastagi für nur 25k IDR pro Person. In Berastagi findest du das Busterminal in der Straße zum zentralen Markt des Dorfes, dieser heißt Pajak Buah Berastagi in Google Maps.

Mit den Öffis unterwegs auf Sumatra

Kerinci Seblat Nationalpark

Der Kerinci Seblat Nationalpark ist ein absolutes Highlight für Abenteurer, die die wilde Seite Sumatras erleben möchten. Er ist der größte Nationalpark Sumatras und erstreckt sich über eine Fläche von fast 14.000 Quadratkilometern über die Provinzen Jambi, West Sumatra, Bengkulu und Süd Sumatra. Seit 2004 gehört der Park dem Unesco-Weltnaturerbe an. Hier leben noch heutzutage Tiger, Elefanten und Nashörner. 

Der Nationalpark beherbergt den See Danau Gunung Tujuh, der als höchstgelegener Kratersee weltweit gilt und natürlich den Namensgeber Mount Kerinci. Der aktive Vulkan ist mit 3805m der höchste Vulkan Indonesiens und sogar Südostasiens und lockt Jahr für Jahr Wanderlustige zur Gipfelbesteigung an. Spoiler: So auch mich!

Naturparadies Kerinci Seblat Nationalpark

Neben der Vulkanbesteigung gibt es im Nationalpark aber noch so viel mehr zu entdecken. Neben einer mehrtägigen Wanderung zum Kratersee Danau Tujuh sind auch Dschungelwanderungen möglich, bei denen besonders bei Nacht die Chancen auf Tierbegegnungen hoch stehen. 

Tourguides sind hier vorgeschrieben, da zu viele Wanderer in Vergangenheit vermisst worden waren. Und genau so einen Tourenanbieter, der Vulkanwanderungen, wie auch Dschungeltouren anbietet ist Rapani. Du kommst in seinem schönen Kerinci View Homestay unter fühlst dich rundum wohl. Rapani erreichst du über seine Website www.kerincitrekking.com oder auch über Facebook (And Rapani).

Ferner von der Zivilisation als der Kerinci Seblat Nationalpark ist kaum möglich. Die beiden nächstgelegenen Flughäfen sind mit mindestens 6 Stunden Fahrt entfernten in den Städten Jambi und Padang. Anreise mit dem öffentlichen Transport ist dennoch wie oben bereits beschrieben über Ayu Transport von Jambi oder Padang aus möglich. 

Mount Kerinci

Berastagi

Berastagi ist eine Stadt im Hochland der Provinz Nord Sumatra, die ca. 70km von Medan entfernt liegt und das auf etwa 1.300m über dem Meeresspiegel. Aufgrund dieser Höhe herrscht ein angenehmes Klima.

Die Stadt ist umgeben von 2 aktiven Vulkanen. Mount Sibayak, beliebt bei Wanderung undmit 2212m nicht der höchste oder auch abenteuerlichste Vulkan. Bei klarer Sicht zum Sonnenaufgang hat man hier aber eine spektakuläre Aussicht auf den Kratersee und den in der Ferne liegenden Mount Sinabung. So eine Aussicht bot sich uns selten. Für die Besteigung ist kein Guide notwendig. Wir starteten früh morgens um ca. 4.15 Uhr und fuhren mit dem Roller zum Trailhead. Von hier sind es etwa 1 bis 1,5 Stunden Aufstieg. 

Berastagi mit Mount Sibayak im Hintergrund

Krater des Mount Sibayak

Mount Sinabung ist ein weiteres Highlight im Umland von Berastagi. Der Vulkan ist einer der aktivsten in Indonesien und brach 2010 das erste Mal nach mehr als 400 Jahren aus. Um den Vulkan herum wurden sämtliche Dörfer evakuiert, die jetzt als Ghosttowns verschlafen am Fuße des Feuerberges liegen. Diese ziehen Besucher mittlerweile regelrecht an. Besonders beeindruckend fanden wir die Dörfer Desa Berastepu und Desa Gurukinayan

Mount Sinabung

Geisterdorf Desa Berastepu

In Berastagi ist die Auswahl an Unterkünften begrenzt. Wir kamen hier im Kaesa Homestay unter und waren begeistert. Unser Gastgeber stand immer mit Rat und Tat zur Seite und das inkludiert Frühstück war sehr lecker.

Die Hauptstraße verwandelt sich abends in einen Nachtmarkt mit viel frischem Fisch, gefangen im nicht weit entfernten Lake Toba. Eine absolute Empfehlung ist außerdem das sogenannte Roti Bakar vom Straßenstand Roti Bakar Badung. Eine Art Toastbrot, das mit Nutella und co bestrichen und dann auf dem Grill angebraten wird. Hier lieber keine Kalorien zählen. 

Da wir die Touren zu den Vulkanen und in die Ghosttowns gerne auf eigene Faust per Roller machen wollten, half unser Gastgeber uns dabei, einen Rollerverleih ausfindig zu machen. Einen offiziellen Verleih gibt es in Berastagi nicht, hingegen nur 2 Restaurants die ein paar wenige Roller anbieten. Wir hatten im Warkop MR. Mamu Glück und bekamen den letzten verfügbaren Vario. Das 2. Restaurant, in dem Roller verliehen werden heißt Raymond Cafe und Restaurant.

Weitere Tipps für Berastagi:

  • Warung FB

  • Bibi Hitam Coffee Shop (unbending den Sparkling Lemon Coffee probieren)

Aussicht auf Berastagi aus dem Kaesa Homestay

Blogartikel Indonesien auf einen Blick

Ein paar persönliche Empfehlungen auf einen Blick

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