Weltreise abc

Vor der Reise…

Was passiert eigentlich mit deinem Job?

Die Antwort ist: Es gibt so viele Möglichkeiten. Die Einfachste ist sicher die Kündigung, so ist man auf unbestimmte Zeit frei und “muss” nicht z.B. nach genau einem Jahr zurück sein. Viele Arbeitgeber bieten ihren Arbeitnehmern heutzutage aber auch ein Sabbatical an, eine Art unbezahlter Urlaub für eine gewisse, vorher abgestimmte Zeit. Der große Vorteil hier: Man ist weiterhin angestellt und muss sich um Dinge wie die Kranken- und Rentenversicherung nicht kümmern. Nachteil: man ist nur für einen gewissen Zeitraum freigestellt und kann seine Reise nicht verlängern, falls man dies möchte. 

Für mich kam immer nur die Kündigung in Frage. Ich war nicht 100% glücklich in meinem Job, warum also gebunden bleiben? Mit der Kündigung meldete ich mich arbeitslos und hatte das Glück, einen super lieben und sogar interessierten Ansprechpartner beim Arbeitsamt zugeteilt bekommen zu haben. Warum schreibe ich das? Aus Erzählungen weiß ich, dass das auch anders geht und sich die Mitarbeiter des Amtes in Fällen wie meinen gerne mal quer stellen. Es ist also möglich, sich 3 Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit arbeitslos und sich dem deutschen Arbeitsmarkt als nicht zur Verfügung stehend zu melden. Natürlich hat man keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld wenn man selbst gekündigt hat. Die Voraussetzung hierfür wäre, die Sperrfrist von 3 Monaten einzuhalten. Weitere Voraussetzung ist das Schreiben von Bewerbungen und Erscheinen zu Vorstellungsgesprächen. Kann man natürlich schlecht einhalten, wenn man gar nicht in Deutschland ist. Mein Ansprechpartner verstand mein Anliegen aber sofort und erklärte mir, dass meine Sperrfrist auch abläuft, so lange ich 12 Monate nicht in Deutschland bin. Meine Reise war ohnehin für diesem Mindestzeitraum geplant. Wäre ich also am 02.04.2023 wieder nach Deutschland eingereist, hätte mir sofort Arbeitslosengeld zugestanden.

Welche Möglichkeiten der Versicherungen gibt es?

Das Thema Versicherungen lief für mich ähnlich simpel ab und ich habe mir im Vorfeld viel zu viele Gedanken gemacht. Für eine Langzeitreise gibt es gesonderte Versicherungen. Ich habe mich zunächst für die der Young-Travellers (*unbezahlte Werbung) entschieden und war bestens zufrieden. Ich zahlte ca. 60€ im Monat und die Versicherung übernimmt im Falle des Falles sämtliche Kosten. Da man die Gesamtsumme der Versicherung im Voraus zahlt, muss man sich aber auf einem Zeitraum festlegen. Hier lieber ein paar Monate mehr im Voraus zahlen als andersherum. Verlängern wenn man sich im Ausland und nicht in Deutschland befindet ist etwas komplizierter als früher wieder zurückkommen. Im dem Falle bekommt man das zu viel gezahlte Geld nämlich wieder zurückerstattet. 
Wir hatten unsere Versicherung nur für 18 Monate abgeschlossen und da ich diese einige Male für Osteopathische Zwecke in Anspruch nahm, wollte man mich nicht verlängern. Wir entschieden uns daraufhin für die Versicherung der Caremed (*unbezahlte Werbung) und sind auch hier mit allem zufrieden und können nichts Negatives berichten.

Seit Mitte Mai 2024 wurden die Beiträge bei der Young Travellers außerdem erhöht und betragen nun fast das Doppelte. So ist diese Versicherung wohl nicht mehr zu empfehlen.


Sobald ich die Bescheinigung über die Reiseversicherung also hatte, legte ich diesen bei meiner Pflichtkrankenkasse vor und beantragte Freistellung der Zahlung von Beiträgen während meiner Abwesenheit in Deutschland. Als Beleg forderten sie noch mein One-Way-Flugticket und bestätigten somit meinen Antrag auf Freistellung.

Wohnung

Das Thema Wohnung ist meiner Meinung nach das kleinste Übel gewesen. Auch hier gibt es natürlich einige Möglichkeiten; Kündigen, Untervermieten, Hausstand vollständig auflösen oder Hab und Gut einlagern.

Zuerst spielten wir mit dem Gedanken, die Wohnung unterzuvermieten, also während unserer Abwesenheit an jemand anderes weiter zu vermieten. Das hat sicherlich zum Vorteil, dass man direkt eine Wohnung hat, wenn man zurück nach Deutschland kommt und auch seine Möbel nicht verlagern muss. Hat aber sicherlich auch Nachteile. Die wären z.B., dass man wieder an eine gewisse Dauer festlegen muss und dadurch gebunden ist. Außerdem muss man so einem Untermieter natürlich auch sein Hab und Gut irgendwo anvertrauen können, denn man möchte ja in eine heile Wohnung zurückkehren. Da die richtigen Personen zu finden, ist sicher gar nicht so leicht. Für uns also Grund genug, die Wohnung zu kündigen. Einiges an Möbeln verkauften wir vor Beginn der Reise. Besserte die Reisekasse nochmal ein wenig auf und wenn man sowieso vorhat, längere Zeit unterwegs zu sein, mag man danach vielleicht sowieso ganz gerne ein paar neue Möbel anschaffen. Alles, was wir behalten wollten, lagerten wir bei unserer Familie ein. An dieser Stelle auch nochmal ein Dankeschön für das Beherbergen von unseren Habseligkeiten!