Reisearten
Reisestile…
Es gibt viele Arten zu Reisen oder eine Langzeitreise zu gestalten und ich finde, jede dieser Arten hat seine Berechtigung. Egal ob mit dem Chickenbus durch Zentralamerika, mit dem Shinkansen durch Japan, Couchsurfen in den USA oder im Auto leben in Australien - wenn ich so darüber nachdenke, ist es doch wahnsinnig, wie sehr man in der Lage ist, sich den Gegebenheiten im jeweiligen Land anzupassen und zu nutzen, was geboten wird. Aber das macht das Reisen wohl auch aus, oder?
Ganz gleich wie, wichtig ist, dass die Art zu Reisen zu dir passt, dich erfüllt und dich nicht stresst. Stressen? Warum sollte man sich während einer Langzeitreise stressen? Berechtigte Frage, aber gerade wenn du länger unterwegs bist, machst du die Reise zu deinem Leben, zu deinem Alltag und natürlich kommen auch hier unglaublich viele Faktoren zusammen, die Stress auslösen. Ein Beispiel dafür ist es, zu sehr an seinem Budget festzuhalten. Es wird immer Tage geben, an denen man deutlich mehr ausgibt, als man vielleicht möchte. Wenn man sich aber zu sehr einschränkt und sich Sorgen macht, immer im Budget zu bleiben, löst das extremen Stress aus. Und ich will ehrlich sein, es gab Tage, da erging es mir genauso. Klar, man versucht sein Budget zu halten, um mit den vorhandenen Mitteln möglichst lange reisen zu können. Heute, nach 2 Jahren sehe ich das Ganze aber wesentlich entspannter. Und warum? Es gibt so viele Möglichkeiten auch während der Reise wieder Geld zu verdienen und so taten wir es in Australien mit einem Working Holiday z.B. auch.
Den Umzug in eine andere Unterkunft einfach mit dem Roller bewältigt
Ich persönlich sehe Backpacking als die authentischste Art zu reisen und in das Local Life abzutauchen. Authentischer geht es wohl nur noch, wenn man durchgehend Courchsurft oder Hitchhiked. Zum Aber kommen wir gleich noch.
Wir versuchen beispielsweise immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen wie die Einheimischen eben und lieben es in einfachen Hostels oder Homestays unterzukommen, denn hier ist der Kontakt zu Locals (und anderen Reisenden) auf jeden Fall eher gegeben, als in einer großen Hotelkette. Interessanterweise unterscheiden sich die Arten der Unterkünfte aber je nach Kontinent. In Lateinamerika waren es vermehrt Hostels in denen wir wohnten, während wir in Asien wesentlich lieber in Homestays unterkommen. Und genau diese sind wirklich meine absoluten Favoriten. Gerade in Ländern wie Thailand oder Vietnam fühlt man sich von der Familie willkommen geheißen und wird häufig sogar zum gemeinsamen Familydinner oder Ähnlichem eingeladen. Auch wenn man sich oft mit Händen und Füßen verständigt, versteht man sich untereinander und genau solche Erinnerungen bleiben für immer. Wie viel wir pro Nacht für eine Unterkunft ausgeben, kommt immer auf das jeweilige Reiseziel und dessen Preise an. Je weniger wir für eine Unterkunft zahlen, desto mehr Geld bleibt natürlich für Sonstiges, z.B. Kaffee oder Aktivitäten, erklärt sich von selbst. In Lateinamerika gelangt es uns, eigentlich nicht mehr als 25€ pro Nacht für ein Doppelzimmer zu zahlen, also 12,5€ pro Person. In Thailand z.B. sind Doppelzimmer schon einen deut günstiger, selten zahlten wir mehr als 16€. Indonesien oder Vietnam sind hier noch günstiger und so zahlten wir nicht oft mehr als 11€, was gerade mal 5,5€ pro Person entsprechen. Die Zimmer sind meist einfach ausgestattet mit einem Bett und einer Ablage für Kleidung usw. In Asien verfügen sie meist über ein eigenes Bad, in Lateinamerika waren es meist Gemeinschaftsbäder. Gerne buchen wir Unterkünfte mit Gemeinschaftsküchen, um auch mal selbst kochen zu können und ich will ehrlich sein: Während wir in Zentral- und Südamerika so gut wie nie eine Klimaanlage im Zimmer hatten, ist diese in Asien ein Muss. Ich bin nicht sicher, ob es in Asien tatsächlich so viel wärmer ist, oder ob wir auf diesen kleinen Luxus nach so langer Zeit in der Welt unterwegs einfach nicht mehr verzichten wollen.
Unterkünfte, Essen und Trinken…
frisches Obst auf der Terasse unserer Hütte mitten in der Karibik
Genau wie bei den Unterkünften versucht man natürlich auch günstig und local essen zu gehen. Das Essen gehen in einem Restaurant Einheimischer schont nicht nur unser Portmonee, sondern unterstützt auch die Locals. Natürlich gibt es in den meisten touristischen Orten oder Städten auch viele ‘fancy’ Restaurants. Gehen wir aber mal vom Beispiel Bali aus, was hierfür wirklich als das perfekte Beispiel dient. Eine Portion des für Indonesien üblichen Nasi Goreng, also Fried Rice kostet in einem Restaurant Einheimischer selten mehr als 1,20€. Gleichzeitig gibt es viele tolle Cafés und Restaurants, die eine für Indonesien exotische Auswahl an Mahlzeiten anbieten, zum Beispiel Falafelsalat, Tacos oder Burger. Einzelne Speisen sind zwar auch hier nicht teuer und kosten meist bis zu 5€. Die Lokalitäten sind aber selten im Besitz Einheimischer, diese arbeiten meist nur als Angestellte vor Ort, sondern eben von Ausländern. Natürlich schaffen auch diese Arbeitsplätze für die Locals, dennoch unterstütze ich lieber wirklich einheimisch geführte Cafés oder Restaurants und das würde ich auch dir zu Herzen legen. Was natürlich nicht heißt, dass man perfekt sein muss. Auch ich esse gerne mal eine Smoothie Bowl oder genieße einen guten Match Latte in einem fancy Cafe.
typisches Abendessen in einem indonesischen Warung
Über die ‘teuren’ Länder und meine persönlich authentischsten Erfahrungen…
Schon bevor wir unsere Reise starteten war uns bewusst, dass wir nicht nur die sogenannten günstigen Länder wie Thailand, Kolumbien und co bereisen möchten, sondern auch Länder wie die USA inklusive Hawaii, Japan und weitere. Und ganz ehrlich? Ja, es war teuer aber jeden Cent wert. Gerade unsere fast 11 Wochen in den USA, auf Hawaii und mit dem Camper unterwegs würde ich heute als beste Zeit meines Lebens beschreiben. Was ich damit sagen will? Hab keine Angst vor Ländern mit höheren Preisen. Es gibt auch hier viele Möglichkeiten wie beispielsweise Workaway, um wenigstens kostenlos unterzukommen.
Wohnen in einem Haus am Meer ohne dafür zu bezahlen durch Workaway
Workaway als Stichwort ist auf eine perfekte Überleitung zum oben erwähnten Aber. Auch als Backpacker kratzt man natürlich nur an der Oberfläche, lebt und isst nicht wie die Locals. Leider kommt oft die Sprachbarriere hinzu, in Lateinamerika durch gebrochenes Spanisch meinerseits noch eher als in Asien. Meine persönlich authentischsten Erfahrungen während der Reise waren solche in Form von Workaway (einige Stunden gemeinnützige Arbeit pro Tag im Austausch gegen Kost und Logie), Couchsurfen und auch das Arbeiten in Australien. Natürlich haben wir Workaway und Couchsurfen erstmals aus dem Grund der Kostenersparung in den USA genutzt, dennoch haben wir hier erstmals so richtig sehen können, wie Menschen in anderen Ländern leben. Ein weiterer Pluspunkt in den USA und Australien ist natürlich die gemeinsame Sprache, hier konnte man wirklich tolle Gespräche führen und verstehen, was unsere Gastgeber ausmacht und bewegt. Das Gleiche gilt für die Arbeit in Australien. Durch verschiedene Jobs z.B. in meinem Berufsfeld, in dem ich auch in Deutschland arbeitete und in mir neuen Tätigkeiten wie dem Arbeiten auf Hochzeiten bot sich mir ein toller Blick hinter die Kulissen in einem fremden Land an. Mit dem Vorteil, dabei auch noch sehr gutes Geld zu verdienen. Ich würde diese Erfahrungen gegen Nichts austauschen wollen.
Unser Haus auf Rädern in Australien
Die Devise von Etienne und mir während unserer Reise ist übrigens: Versuche in günstigen Reiseländern auch günstig zu bleiben, um dir für die teureren einen Puffer zu erarbeiten. Beispiel Indonesien: Wir zahlten nicht mehr als 12€ pro Nacht für ein Doppelzimmer, leihten nur einen Roller, wenn wir diesen auch wirklich brauchten, aßen unsere Hauptmahlzeiten für 1€ pro Speise in Local Restaurants und gönnten uns ansonsten nur Kaffee (darauf verzichte ich NIE :-D). Unsere Ausgaben pro Tag lagen bei nicht mehr als 40€ zu zweit inklusive Transport und Flug, was wirklich sehr günstig ist. Von Bali aus ging es direkt nach Japan, ein deutlich teureres Reiseland. Natürlich haben wir das Geld hier nicht einfach zum Fenster hinaus geworfen, dennoch haben wir nicht über jeden Yen nachgedacht. Wenn die Ramen 5€ mehr gekostet hat als ein Dinner im Convenience Store, oder es ein ganz besonderes Cafe gibt, in dem man nun mal 10€ für ein Getränk zahlt, ist das auch ok.