Kreditkarten auf Reisen
Zugegeben, Kreditkarten sind gerne mit Vorurteilen behaftet. Schon alleine der Name: Kreditkarte. Ich möchte mir ungern einen Kredit für meine Zahlungen aufnehmen müssen. Ganz so wild ist es in der Realität aber nicht und auf Reisen kommt man um eine Kreditkarte auch gar nicht herum. Die Auswahl hier ist natürlich riesig. Visa, Mastercard, American Express oder eine Debit Card, das kann schon mal ganz schön kompliziert klingen. Ist es aber gar nicht.
Mit einer Visa Kreditkarte oder einer Debit Card ist man eigentlich schon mal perfekt ausgestattet, um weltweit Bargeld abheben zu können.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass aber nicht jeder Bankautomat (ATM) auch jede Kreditkarte angenommen hat, weswegen es absolut sinnvoll ist, mehrere Kreditkarten dabei zu haben. Und das muss nicht mal aufwendig sein oder viel kosten. Die Visa, die wir hauptsächlich nutzen und mit der wir eigentlich durchweg gute Erfahrungen gemacht haben, ist die der DKB (Details folgen unten). Zusätzlich haben wir noch eine Mastercard der Volksbank dabei. Hier sind aber die Gebühren bei Geldabhebungen höher, so dass wir sie nur im Notfall nutzen, falls also die Visa nicht funktioniert. Neben diesen beiden Karten haben wir uns für die Anschaffung einer American Express entschieden (Details unten).
Die Visa der DKB
Ein Girokonto bei der DKB ist für Aktivkunden kostenlos. Aktivkunde ist, wer eine monatliche Einzahlung von mindestens 700€ erhält. Zu diesem Girokonto kannst du mehrere Kreditkartenkonten erhalten. Eine Kreditkarte kostet monatlich 2,49€, eine Debit Card, die an sich die gleichen Leistungen erbringt ist kostenlos. Obwohl die Kreditkarte einen kleinen Betrag je Monat kostet, haben wir uns für diese und nicht die Debit Card entschieden. Der Grund hierfür ist, dass Unternehmen, wie z.B. Autoverleihe keine Debit Karten akzeptieren. Wir haben uns für ein Partnerkonto entschieden, so dass wir über 2 Kreditkarten verfügen. Das macht Sinn im Falle der Sperrung einer Karte, was durchaus mal vorkommen kann.
Wie aber bleibt man denn Aktivkunde und hat eine Einzahlung von monatlich 700€, wenn man auf Reisen doch gar kein Geld verdient? Ganz einfach: Wir haben noch ein 2. Girokonto bei der Volksbank und zahlen monatlich selbst mindestens 700€ auf das der DKB ein. Hat bis jetzt immer problemlos funktioniert.
Gebühren und Zahlungen im Ausland:
Generell erhebt die DKB keine Gebühren, so dass Bargeldabhebungen
(es müssen mindestens 50€ abgehoben werden) kostenlos sind. Dies trifft
nicht zu, wenn die Bank im Ausland Gebühren erhebt. Hier als Beispiel
Thailand: Bargeldabhebungen kosten an jedem Automaten eine Gebühr
von ca. 5€. Darauf hat die DKB leider keinen Einfluss.
Mastercard
Es kann vorkommen, dass eine Visa an gewissen ATM nicht funktioniert, dies kann vor allem gerne mal in Südamerika der Fall sein. Darüber hinaus ist es dann sehr sinnvoll, noch eine Mastercard im Petto zu haben. Wir haben ein Girokonto bei der Volksbank behalten und nutzen dieses hauptsächlich, um monatlich Geld auf das Konto der DKB einzuzahlen, um Aktivkunde zu bleiben. Zu diesem Girokonto konnten wir eine kostenlose Mastercard dazu erhalten. Hier zahlen wir allerdings Gebühren bei Abhebungen. Um im Notfall noch eine weitere Karte dabei zu haben, erschien uns diese Karte aber absolut sinnvoll.
American Express
Achja, die gute American Express. Wer hat nicht schon mal vom berüchtigten Meilen Sammeln, vergünstigten Business Class Flügen und Lounge Aufhalten gehört? Ich will nicht anzweifeln, dass alles diese Vergünstigungen irgendwann möglich sind, jedoch gibt es hier eine ganze Menge zu beachten. Vorweg: Die American Express kostet für Platinum Member 60€ pro Monat, eine ganz schöne Hausnummer, gerade wenn man doch während der Reise eigentlich gar kein Einkommen hat und ich will ehrlich sein: So viele Meilen durch Umsätze zu sammeln, dass man für den Preis eines Economy Class Fluges Business Class fliegt, dauert erstmal eine ganze Weile. Eben abhängig vom Umsatz der Karte, aber diesen anzutreiben ist gar nicht so leicht. Die Bonusmeilen mit denen geworben wird im Falle der Anschaffung einer Amex erhält man außerdem nur, wenn man 10.000€ in den ersten 6 Monaten umsetzt.
Dennoch haben wir uns im Dezember 2023 während unseres Aufenthaltes in Deutschland für eine Amex entschieden. Warum? Wir wussten, dass wir uns in diesem Jahr noch eine Weile in Australien und Japan aufhalten würden, hier kann mit der Amex problemlos überall gezahlt werden. Außerdem planten wir die Anschaffung eines neuen iPhones und wussten, dass wir in Südostasien in Kombination mit Australien und Japan relativ viel fliegen würden. Wir konnten bis jetzt sogar fast alle gebuchten Unterkünfte, auch in Ländern wie Thailand oder Indonesien über Booking mit der Amex zahlen, da man bei Booking oft auswählen kann, ob man anstelle von Bar vor Ort schon vorher mit Kreditkarte zahlen möchte. Alles also Umsätze für die Amex und so war es uns ein Leichtes, die 10.000€ in den ersten 6 Monaten umzusetzen.
Viele Vorzüge der Karte neben dem Meilen sammeln nahmen wir ab dem Moment der Anschaffung bereits in Anspruch: Amazongutscheine, Restaurantgutscheine, Hotelgutscheine und das Beste: kostenloser Zugang zu den Lounges an eigentlich allen Flughäfen weltweit. Auch nach bestimmt schon 15 Aufenthalten von Lounges bin ich bis jetzt jedes Mal wieder begeistert und gerade weil wir als Backpacker sonst gerne mal auf jegliche Art von Komfort verzichten ist das ein unglaubliches Add-on für uns - quasi der einzige Luxus, den wir uns überhaupt gönnen.
Trotzdem will ich ehrlich sein: Diese Karte hätte uns besonders am Anfang der Reise während unseres Aufenthaltes in Lateinamerika kaum was genützt. Wir hätten womöglich nur unsere Booking-Buchungen damit zahlen können. Wer aber weiß, dass er viel fliegt, sich in Ländern wie Australien aufhält oder anderweitig hohe Umsätze damit generieren kann, für den mag sie sich lohnen.