Singapur - Highlights und Tipps
Singapur ist das kleinste Land Südostasiens und als Stadtstaat das perfekte Ziel z.B. für einen verlängerten Layover, wenn man eigentlich ein anderes Land bereisen möchte, da die Anbindungen mit dem internationalen Flughafen sehr gut sind.
Wir haben 2 volle Tage in der Stadt des Löwen verbracht und ganz ehrlich? Das klingt vielleicht erstmal sportlich, reicht aber auf jeden Fall aus. Die Stadt ist pro Fläche auch gar nicht so groß, so dass man vieles direkt per Fuß oder Bus erreichen kann. Für Bus- und Bahnfahrten benötigt man übrigens nicht mal ein extra Ticket; man kann einfach seine Kreditkarte tappen - easy!
Singapurs Skyline
Als erstes auf der to-do-Liste stand für uns ein Spaziergang durch den Esplanade Park vorbei am Merlion. Dem Geschöpf mit dem Löwenkopf und den Flossen eines Fisches, die das Wahrzeichen der Stadt ist. Der Legende nach sichtete ein Prinz aus Sumatra nämlich im 14. Jahrhundert bei einem Jagdausflug ein ihm unbekanntes Tier, den Löwen. Dies nahm er zum Anlass um die Löwenstadt Singapura zu errichten. Von der Brücke aus hat man direkt einen tollen Blick auf Marina Bay Sands, das wohl bekannteste Hotelgebäude der Welt. Und ja - es ist imposant, einfach futuristisch. Doch so wirkt für mich der Rest der Skyline in Singapur auch, einfach pompös.
Merlion - halb Löwe, halb Fisch und Singapurs Wahrzeichen
Marina Bay Sands
Weiter gehts also einmal um die Promenade direkt zum Fuße des berühmten Hotels. Die luxuriöse Hotelluft schnupperten wir einmal kurz, aber viel mehr, weil es so heiß war und wir eine kurze Pause in einem klimatisierten Raum brauchten. Innerhalb des Gebäudes sind neben Hotelzimmern auch Shoppingmalls mit Luxusmarken und Büros. Nicht ganz unsere Welt, einmal einen kurzen Blick hinein werfen war trotzdem cool. Unser Eigentliches Ziel waren die Garden by the Bay. Ein futuristischer Garten mit den sogenannten Supertrees, die künstlich angelegten Bäume, von denen wohl jeder schon mal ein Bild gesehen hat. Die grüne Oase erstreckt sich über 101 Hektar und bietet so einiges mehr. Von 3 künstlich angelegten Gewächshäusern, über einen Cloud Forest bis hin über künstliche Wasserfälle ist alles geboten.
Die Supertrees der Garden by the Bay
Der Zutritt zu den Gärten an sich ist übrigens kostenlos, nur gewisse Bereiche, wie z.B. die 3 Gewächshäuser oder der Zutritt auf die Aufsichtsplattform Supertree Observatory verlangen Eintritt.
Ich würde empfehlen, die Garden By the Bay 2x zu besuchen. Einmal bei Tageslicht mit genügend Zeit, jede Ecke dieser surrealen Landschaft anzusehen und noch ein weiteres Mal zum Sonnenuntergang. Diesen fand ich mit Blick auf die Supertrees und das Marina Bay Sands Gebäude im Hintergrund besonders schön.
Garden by the Bay und Marina Bay Sands während des Sonnenunterganges
Das eigentliche Highlight erwartet dich aber nach dem Sonnenuntergang; Die Lichtershow der Supertrees. Bereits gegen 18 Uhr beginnt sich das gesamte Areal zu füllen, Menschen bringen Picknickdecken mit und suchen sich Plätze mit der besten Aussicht auf die künstlichen Bäume. 2x je Abend findet die sogenannte Garden Rhapsody statt, die Erste beginnt um 19.14 Uhr und die Zweite genau eine Stunde später um 20.45 Uhr. Es handelt sich aber weniger nur um eine Lichtershow, sondern viel mehr um eine ganze Musikshow zusätzlich, die immer unter verschiedenen Topics abliefert. Themengebiete sind z.B. klassische Oper, Disco Lights and Disco Hits oder Songs of Singapore. Um Punkt 19.45 Uhr wurde die Show das erste Mal angesagt und ein Raunen ging durchs Publikum, die Stimmung war toll. Und das Ganze eben einfach kostenlos - ich fand es super!
Lichtershow der Supertrees täglich um 19.45 Uhr und 20.45 Uhr
Ein bisschen fernab von den ganzen futuristischen Anlagen und Gebäuden gehören Besuche von China Town und Little India zu jedem Besuch in Singapur dazu. Irgendwie auch ein surrealer Kontrast zur neumodernen Downtown, in der alle Gebäude begrünt sind und man keinen einzigen Kaugummi auf dem Boden weit und breit findet. Aber so schnell findet man sich dann eben im Getümmel einem der beiden Viertel wieder. Doch mal ganz ehrlich - vergleichbar mit z.B. China Town in Bangkok war das Viertel hier für mich nicht.
Die ersten Chinesen kamen als Arbeiter nach Singapur, heutzutage bilden sie die größte ethnische Gruppe in Singapur. China Town liegt im südwestlichen Teil der Stadt und ist mit dem Bus oder der U-Bahn sehr einfach zu erreichen. Das eigentliche Zentrum des Viertels spielt sich um die Pagode und die Smith Street ab. Hier findest du Sehenswürdigkeiten wie Tempel, viele kleine Shops, Cafés und Restaurants und neben Streetfood auch ein paar Hawker Center. Und wie es ist solchen Vierteln nun mal so ist, lässt man sich am Besten einfach treiben und das Getümmel auf sich wirken.
Little India fand ich sogar noch ein bisschen lebendiger. Hier gab es an jeder Ecke Stände mit frischem Obst, Gemüse, und Musik. Alles erstrahlt bunt und an jeder Ecke riecht es nach Gewürzen.
Das Viertel liegt näher am Zentrum Singapurs als China Town und alles dreht sich hier um die Serangoon Road. Ein Muss hier ist das Tekka Center, in dem du einen Markt, viele kleine Shops und Essensstände vorfindest.
China Town
Kommen wir nun zum Teil mit ein paar besonderen Tipps.
Singapur ist dafür bekannt, ein wirklich teures Reiseziel zu sein und dem ist auch so. Die Preise in Covenience Stores und auch bei vielen Restaurants und Cafés schockierten uns tatsächlich erstmal. Ich will ehrlich sein: einen günstigeren Matcha Latte als den für 5€ habe ich nicht gefunden, aber in Frage Mahlzeiten haben wir so einige coole und bezahlbare Sachen entdeckt.
Zum Frühstück machten wir uns auf in einen Standort der Kette Ya Kun Kaya Toast. Diese findest du in der gesamten Stadt vor. Ich muss aber zugeben, es ist ein wenig außerordentlich und vielleicht nicht für jeden Gaumen etwas. Wir fanden es aber sehr lecker.
Ya Kun Kaya Toast ist bekannt für seine Toasts, wie der Name schon verrät. Diese haben eine Geschichte von schon fast 100 Jahren. Gründer Loi Ah Koon servierte damals ganz einfach Toast, Eier und Kaffee vom Holzkohlengrill und besonders die Art, den Kaffee durch die großen Filtersäcke aufzubrühen hat sich bis heute nicht verändert. Auf dem traditionellen Toast ist Butter und eine Art Marmelade, zusammen geklappt zu einem Sandwich. Dazu gibt es ein - sagen wir - halbwegs gekochtes Ei, das mit Sojasauce und weißem Pfeffer verrührt wird. Darin wird das süße Toast dann eingestippt. Wie gesagt, klingt ein bisschen sonderbar und ist bestimmt nicht für jeden Etwas, aber ich fand es lecker und würde einen Versuch absolut empfehlen. Es gibt neben dem ursprünglichen Toast mit Marmelade aber auch andere Arten aus dem Menu zu wählen; ganz klassisch z.B. mit Erdnussbutter, so dass hier wohl doch für jeden etwas dabei wäre. Ein Menu je nach Wahl gibt es schon ab ca. 4,30€. Für Singapur-Verhältnisse absolut in Ordnung!
Menu bei Ya Kun Kaja Toast
Mittag- und Abendessen isst man in Singapur in den sogenannten Hawker Centern und hier findet sich sicherlich für jeden Geschmack etwas. Es gibt Thailändisch, traditionelle Laksa (Suppe aus Malaysia, die auch in Singapur ihren Ursprung findet), Chinesisch und auch Europäisch oder z.B. Burger und Pizza. Je nach Center sind auch die Preise für eine Mahlzeit günstiger als in den meisten Restaurants. Das meiner Meinung nach interessanteste Hawker Center ist das Lau Pa Sat im Zentrum der Stadt. Hier beginnt der Preis je nach Mahlzeit schon bei 3€.
Noch günstigeres Essen findet man in den sogenannten Porridge Restaurants, bei denen eine Art Buffet geboten wird. Man stellt sich seinen Teller selbst zusammen und zahlt manchmal nicht mal viel mehr als 2€.
Große Auswahl an Speisen in einem der Porridge Restaurants
Mein Highlight in Singapur war das indische Restaurant Annalakshmi. Das Essen hier war nicht nur unglaublich lecker und durchweg vegetarisch, hier findest du ein ganz besonderes Konzept vor: Eat as you want, give as you feel. Richtig gehört, man darf sich vom Buffet nehmen wie viel man möchte und zahlt dafür so viel wie man eben möchte, oder auch gar nichts (wobei ich das frech fände). Die Einnahmen des Restaurants gehen dienen als Spenden für ländliche Gebiete in Indien. Die Ehemänner der 2 Betreiberinnen des Restaurants sind wohlhabende Geschäftsmänner, das Etablissement finanziert sich also auch so ohne den Gewinnt. Tolle Sache oder?
Lunch im Annalakshmi Restaurant
Singapur ist bekannt für eine besondere Speise: Die Katong Laksa. Eine mittelscharfe Suppe bestehend aus Curry und Kokosmilch, dazu Nudeln, Tofu und Seafood. Die beste Katong Laksa soll es im kleinen Restaurant 328 Katong Laksa, das eher einem kleinen Streetfood-Stand ähnelt, geben. Klar, dass man die probieren muss, oder? Man kann hier aus den verschiedenen Größen S, M und L wählen. Wir entschieden uns für M und zahlten dafür ca. 5,10€. Die Suppe war wirklich lecker und auch absolut nicht zu scharf.
Katong Laksa