Kinabatangan River Tour, Borneo

Borneo als die drittgrößte Insel weltweit gehört zu 3 Staaten; Malaysia, Indonesien und Brunei. Die Insel beherbergt den ältesten Regelwand der Welt, der mehr als 140 Millionen Jahre alt ist und im Jahr 2000 zum Unesco Weltkulturerbe ernannt wurde. Die Insel ist eine der nur 2 Orte weltweit, an dem Orang-Utans frei im Dschungel leben. Neben Borneo findet man sie nur noch auf der indonesischen Insel Sumatra. Die Zahl der freilebenden Menschenaffen wird auf ca. 20.000 bis 50.000 geschätzt.

Kinabatangan River und Sekundärregenwald

In den vergangenen 20 Jahren sollen rund 100.000 der Tiere verschwunden sein. Und das hat leider einen Grund. Während wir 2 Stunden vom Flughafen Sandakan bis zu unserem Resort über die Insel fuhren sahen wir keinen Regenwald. Keine wilde Natur, pflanzenreiche Vielfalt oder gar irgendwelche Tiere. Wir sahen nichts außer Palmölplantagen. Heutzutage nehmen Palmölplantagen 49% der Insel Borneo ein, die über 751.000 Quadratkilometer umfasst. Einhergehend damit natürlich enorme Rodung des Regenwaldes und radikaler Verlust von Lebensraum für Tiere. Indonesien und Malaysia sind mit 85% die größten Palmölhersteller weltweit. Das Palmöl boomt nach wie vor, da es unglaublich ertragreich ist. Es hat aber leider auch den größten C02 Fußabdruck pro Fläche aller global relevanten landwirtschaftlichen Produkte und verursacht Artensterben in einer derart nie zuvor da gewesenen Geschwindigkeit, da die Monokulturen keinen Lebensraum mehr für die Tiere bieten.

Palmölplantagen aus dem Flugzeugfenster während des Landeanfluges auf Borneo

Dennoch gibt es noch Orang-Utans und ein guter Ort, um diese in der freien Wildbahn zu erleben ist der Kinabatangan River. Um ehrlich zu sein hatte ich mich aber mit Borneo vor Buchung der Tour 0,0 beschäftigt. Hätte ich das getan, wären wir sicher länger geblieben um noch weitere Orte der Insel zu entdecken. Die Tour war aber eine Empfehlung von Freunden (Danke an Lena und Nils ❤) und ehrlicherweise eine ziemliche Black Box. Bei dem Preis mussten wir aber zuschlagen. 

Aber fangen wir von vorne an: Von meinen Freunden bekam ich die Telefonnummer des Tourenanbieters und dieser gab mir per Whats App (ja, in Asien läuft das so :-D) einige Infos zu den verfügbaren Paketen durch. Wir entschieden uns für das Paket “3-Tage-2-Nächte”; Flughafentransfer, Unterkunft und Versorgung mit Essen und Wasser inkludiert. Zu den Aktivitäten zählten 4 1,5-2 stündige Touren im Boot auf dem Fluss, sowie ein kurzer Trek durch den Dschungel. Zum Preis kommen wir später, aber Spoiler: was uns hier geboten wurde, war unvergleichlich. 

Unsere Flugbuchung passten wir an die Zeiten des Flughafentransfers an und buchten nur Handgepäck, da es in Kuala Lumpur möglich ist, seine großen Backpacks in Storage Rooms einzulagern. Spart nicht nur Geld, man muss auch nicht so viel schleppen. 

Vom Flughafen Sandakan ging es also, wie schon erwähnt 2 (schockierende, augenöffnende) Stunden durch Palmölplantagen quer über die Insel zu unserem Resort. Das Borneo Natural Sukau Bilit Resort liegt direkt am Kinabatangan River, aber fernab von Zivilisation, bis auf einige solche Resorts und ein paar lokalen Dörfchen gibt es hier also nicht viel. Wir checkten in unser Dorm ein und waren das erste Mal direkt sehr positiv überrascht. Das 6er-Dorm verfügte über geräumige Betten und genügend Stauraum, es war vor Moskitos geschützt und die Klimaanlage funktionierte bestens. Außerdem war es wirklich sauber und roch z.B. nicht modrig, wie es in hölzernen Hütten in den Tropen sonst gerne mal der Fall ist.
Der Bereich des Restaurants mit vielen Stühlen und auch Liegen mit Ausblick auf den Fluss luden zum Verweilen während der Freizeiten ein. Der erste Eindruck war also wirklich toll!

Das Natural Sukau Bilit Resort direkt am Kinabatangan River

Direkt nach Ankunft und Bezug der Zimmer ging es das erste mal für 2 Stunden aufs Boot und den Fluss entlang. Das Ziel: Borneos Big Five entdecken. Dazu zählen Orang-Utans, Elefanten, Nasenaffen, Krokodile und Hornbills. Und direkt auf der ersten Tour auf dem Fluss gelang es uns 4 der Big Five zu entdecken. Highlight des Tages: ein badender Elefant! Elefanten und Orang-Utans zu sichten gilt hier am seltensten. Ein badendes Elefantenweibchen beobachten zu können, war also etwas ganz Besonderes.

Auf Tiersichtung auf dem Kinabatangan River

Badender Elefant ganz nah

Ein männlicher Nasenaffe - einer der Borneo Big Five

Die restlichen Bootstouren fanden um 6 Uhr morgens und wieder um 15 Uhr nachmittags statt. Besonders am frühen Morgen hatte der Fluss, der noch im Nebel lag etwas Magisches.
Insgesamt waren wir 4x auf dem Wasser. Unser Tourguide lag uns viele Informationen zu den Tieren und der Natur nah und hatte ein gutes Auge um diese zu entdecken. 

Kinabatangan River im Nebel am frühen Morgen

Krokodil am Flussrand

Hornbill

Während Tag 2 ging es am Vormittag außerdem für ca. 1 Stunde zu Fuß durch den Regenwald. Wir lernten, dass dieser ein Sekundärwald war, der er bereits einmal zerstört worden, aber in den 50ern wieder aufgebaut worden sei und noch vieles mehr über dieses beeindruckende Plätzchen Erde. Die Menschen, die vor Ort leben und sich Dschungel-People nennen kämpfen für ihre Herkunft um den Regenwald und wenn ich durch die Teilnahme an der Tour ihre Vision finanziert habe, erfüllt mich das mit ganz viel Zufriedenheit.

Langschwanz-Makaken

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Verpflegung. Es gab 4x täglich (Frühstück, Lunch, Snack und Dinner) Buffet. Kaffee und Tee war rund um die Uhr verfügbar. Das Essen war unglaublich frisch und lecker und es wurde immer reichlich nachgelegt. Die Vegetarier und Veganer bekamen zu jeder Mahlzeit einen Extrateller mit Tofu oder Tempeh - Wahnsinn!

Nach der Whats App Buchung dieser Tour hatte ich kurz Bedenken, ob ich da vielleicht die Katze im Sack gebucht habe, aber es stellte sich als das absolute Gegenteil heraus. Was wir hier für nur knapp 85€ pro Person geboten bekommen haben, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Bis auf den Flug war wirklich alles abgedeckt. Das Resort arbeitet nachhaltig und es wird versucht, auf viel Plastik zu verzichten. Die Tiere im und um den Fluss, die wir auf unseren Expeditionen entdeckten wurden immer artgerecht behandelt, es wurde sich still verhalten und genügend Abstand war gewährleistet. Das Borneo Natural Sukai Bilit Resort bekommt von mir also eine ganz ganz große Empfehlung! Der, der ein wenig mehr Komfort haben möchte kann übrigens auch ein Doppelzimmer buchen, der Preis für das Komplettpaket erhöht sich dadurch natürlich etwas.

☎ Borneo Natural Bilit Resort: +60 16 841 1414

Pusat Pemuliharaan Orang-Utan Auffangstation Sepilok

Frei-lebende Orang-Utans haben wir während unserer Touren auf dem Wasser leider nicht entdecken können. Aber so ist das nun mal mit Tiersichtungen, alles bleibt dem Zufall überlassen. 

Da wir für den Rücktransfer aus dem Resort aber einen Wunschort nennen konnten, ließen wir uns zur Pusat Pemuliharaan Orang-Utan Auffangstation in Sepilok bringen, das quasi auf dem Weg zum Flughafen lag. Wir wurden hier um ca. 11 Uhr abgesetzt, unser Flug ging aber erst um 17 Uhr, so dass wir genügend Zeit hatten. 

Die Auffangstation bietet eine Auffangstation für Orang-Utans und konnte in Vergangenheit bereits über 800 Tiere wieder auswildern. Das Besondere hier ist, dass die Tiere nicht in Gefangenschaft leben, sondern frei im Regenwald. Sie werden 2x täglich gefüttert (10 Uhr und 14 Uhr) und verschwinden danach wieder im tiefen Grün. Eine Sichtung der Tiere ist also nicht garantiert.

Solche Auffangstationen sind natürlich oftmals zu hinterfragen und grade wenn man an sämtliche “Elephant Sanctuarys” in Thailand denkt, die dann doch nicht ganz so ethisch den Tieren gegenüber stehen wie es sein sollte, bin ich da generell eher kritisch. Wenn man aber bedenkt, wie viel Lebensraum den Tieren auf der Insel bereits genommen wurde und dass sie nach wie vor in freier Wildbahn leben und nur zum Füttern in die Station kommen, finde ich das Konzept persönlich absolut vertretbar. Die Tiere bekommen außerdem nur Grünzeug wie Frühslingszwiebeln zum Verzehr, also Nahrung, die sie an sich gar nicht so gerne mögen, damit sie sich weiterhin auch selbst auf Nahrungssuche begeben.

Orang-Utan Mama und ihr Kleines beim ‘Chillen’

Wir hatten großen Glück und trafen direkt beim Gang zum Bereich der Fütterung auf eine Orang-Utan Dame mit Baby und der Moment war wirklich ganz besonders. Zwar wusste ich, dass die Tiere in freier Wildbahn leben, aber sie waren wirklich richtig frei. Heißt so viel wie - es gab keine Absperrungen oder Zäune und wir wurden vom Wächter direkt aufgefordert schnell weiter zu gehen um der Dame und ihrem Baby Platz zu machen. So nah an einem so wunderbaren Wesen zu sein: Was für ein Gefühl!

Auch im Bereich, wo die Tiere gefüttert wurden hatten wir Glück, obwohl wir zur Fütterung an sich zu spät waren. Es waren noch 6 Tiere da, die ihre Frühlingszwiebel fraßen oder spielten. Ich hätte ihnen stundenlang zusehen können. Die Primaten benehmen und bewegen sich teilweise wirklich wie Menschen und dann auch wieder doch nicht. Drollig ist ein passendes Wort für die Tiere, finde ich.

Küsschen!

Neben der Auffangstation für Orang-Utans befindet sich übrigens auch noch eine Station für in Gefangenschaft gewesenen Mondbären, die eine Erwähnung verdient. Die kleinen Bären werden leider häufig von Privatleuten in kleinen Käfigen als Haustier gehalten und hier dann aufgenommen, sofern man sie von den Haltern befreien konnte. 

Mit dem Taxi ging es anschließend zurück zum Flughafen und zurück nach Kuala Lumpur. Was für tolle 3 Tage!

Naturschönheit Kinabatangan River

Laura

Hi, ich bin Laura, seit einer ganzen Weile in der Welt unterwegs und habe eine Menge Geschichten von meiner Reise zu erzählen. Ich fühle mich gleichermaßen wohl in den Metropolen dieser Erde wie auch auf den schönsten Inseln am Strand oder bei einer Wanderung in den Bergen. Hier findest du von Allem etwas!

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