Dein Guide für Oahu, Hawaii

Oahu ist Hawaiis Hauptinsel und beherbergt dessen Hauptstadt Honolulu mit dem berühmten Waikiki Beach. Doch Oahu ist so viel mehr als High Society, Luxushotels und Surfers Paradise um die Gegend um den Strand. Oahu ist auch local, es ist schroff, es ist amerikanisch geprägt durch ebenso viel Luxus wie Armut und trotzdem habe ich es als mein persönliches Paradies empfunden.

Strandparadies Oahu

Transport

Die Insel ist durch das öffentliche Netz deutlich besser erschlossen als Kauai. Es gibt einige Buslinien, die wesentlich regelmäßiger fahren und um zu zahlen nutzt man hier die Holo-Card. Diese kann durch die App online nach belieben getoppt werden. Busfahrten innerhalb von 3 Stunden, ganz gleicht wie viele und wie oft man umgestiegen ist kosten immer 3,10$.

Um einen Mietwagen kommt man trotz des einigermaßen gut ausgebauten Busnetzes nicht herum. Hawaii ist genau wie die USA eben auch ein absolutes Autofahrland und gerade die Trailheads von Wanderungen oder bestimmte Strände sind ohne Auto fast nicht zu erreichen.
Wir buchten unsere Mietwagen über die App Turo, eine Art AirBnB für Autos. Die Buchung war wesentlich günstiger als über herkömmliche Mietwagenverleihe und wir haben ausschließlich gute Erfahrungen mit unseren Vermietern gemacht.

Der Jeep, DAS Auto auf Hawaii schlechthin

North Shore, West Coast… what?

Oahu wird von Einheimischen, wie auch anderen Reisenden eigentlich immer in Nord-, Ost-, Westküste und den Bereich um die Hauptstadt Honolulu unterschieden. Die Nordküste, genannt North Shore ist berühmt für ihre wahnsinnigen Wellen in den Wintermonaten und ist das Paradies für Surfer von eben diesem hohen Wellen schlechthin. Der nördliche Teil der Insel um den tollen Ort Haleiwa ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln übrigens so gut wie gar nicht zu erreichen, wenn dann nur mit Fahrten von über 2,5 Stunden.
Die Ostküste beherbergt einige der schönsten Strände und ist herrlich grün. Hier findest du den bekannten Strand Lanikai und die bei Touristen sehr beliebte Kualoa Ranch, die Standorte und Kulisse der Jurassic Park Filme bietet.
Die Gegend um die Hauptstadt Honolulu ist natürlich am Besten erschlossen und die meisten Touristen kommen hier in einer der großen Hotelketten unter. Hier findest du auch einige bekannte Hikes wie den auf den Diamond Head.
Der Westen der Insel ist der trockenste und am wenigsten besuchte Teil der Insel. Und genau diesen Teil der Insel durfte ich für 5 Wochen mein Zuhause nennen. Das Waianae Valley ist local und sicherlich ein Hawaii, das kaum jemand kennenlernt oder vielleicht auch kennen lernen möchte.

Waianae Valley im Westen Oahus, sehr local, sehr amerikanisch und nicht unbedingt so, wie man sich das Paradies Hawaii vorstellt

Besonders an den Stränden erlebt man die Armut die in den gesamten USA herrscht hautnah. So leben Locals, die zum Teil sogar noch ihr Auto besitzen in Zelten am Strand, da sie sich die enormen Mieten auf der Insel nicht mehr leisten können. An den Stränden findet man Toiletten und Duschen vor, die sie natürlich nutzen können. Klar, dass sich obdachlose Menschen hier dann niederlassen. An diesem Anblick muss man sich sicher etwas gewöhnen, denn er ist bestimmt das Letzte mit dem man das Inselparadies Hawaii in Verbindung bringt, aber er ist nun mal die Realität. Und ich muss im Endeffekt sagen, dass mir jeder dieser Menschen offen und mit ganz viel Freundlichkeit begegnet ist. Genau das zeichnet Hawaii einfach aus, ganz gleich, um welches Schicksal es sich hier handelt. 

Was den Westen für mich auch auszeichnet, sind z.B. die BBQ’s der Locals an den Wochenenden am Strand oder die Busfahrer, die mich bei jedem meiner Spaziergänge freundlich gegrüßt haben.
Es werden an Wochenenden ganze Landschaften aus Pavillons, Campingstühlen und Küchen am Strand aufgebaut und die freien Tage zelebriert. Kinder bringen einfache Leitern mit, stellen sie ins Meer und springen ins Wasser. Simpel, aber so sieht wohl jedes Wochenende der Hawaiianer aus und jetzt mal ganz ehrlich; Wie cool ist es, dieses local Life fernab vom Tourismus auf der Insel miterleben zu können?

Übrigens; Wie wir es schafften kostenlos 5 Wochen auf Oahu zu leben, verrate ich mit sämtlichen anderen Tipps und Tricks zum Sparen in einem folgenden, separaten Blogartikel.

Waianae Beach

Beaches im Osten Oahu’s

Oahu hat wunderschöne Strände zu bieten. Strände mit hohen Wellen, Strände mit wenig Wellen, Strände, an denen Schildkröten verweilen und kleine Buchten, die man ganz für sich alleine hat. Zu meinen Favoriten im Osten gehört sicherlich der bekannte, einem Paradies gleichenden Lanikai Beach, genauso wie der Kaaawa Beach der eine traumhafte Kulisse mit Blick auf die Berge bietet.

Lanikai Beach

Kaaawa Beach

Beaches der North Shore

Die North Shore Oahu’s bietet unglaubliche Strände, die allesamt einige Kilometer lang sind und gleichzeitig so breit, dass man eigentlich immer einen Platz findet, an dem man ganz alleine ist. Der Winter ist für hohe Wellen bekannt und lockt Surfprofis aus aller Welt. Während unseres Besuches im Sommer war das Meer ruhig und lud zum Schwimmen ein.

Besonders hat es mir der ewig lange Ehukai Beach angetan, der Sonnenuntergang und die vorhergehende Golden Hour hier war einmalig.
Auch der Sunset Beach war toll, wie der Name eben schon sagt ist dieser auch für seine schönen Sonnenuntergänge bekannt.

‘Glücklichster Mensch der Welt’ am kilometerlangen, menschenleeren Ehukai Beach

Sonnenuntergang am Sunset Beach

Beaches im Westen Oahu’s

Auch der untouristische Westen kann Strände - und wie! So ist der Keeau Beach, den man oft ganz für sich alleine hat sicherlich einer der Schönsten der Insel.
Ein absoluter Geheimtipp neben dem bekannten Laniakea Beach an der North Shore um Schildkröten am Strand zu beobachten ist Akis Beach, eine ganz kleine Bucht, in der die Tiere verweilen. Wir hatten Glück und eine handvoll Schildkröten kam aus dem Wasser, um sich auszuruhen.

Keeau Beach im Westen Oahu’s. Wir waren die Einzigen am kilometerlangen Strand.

Keeau Beach, von hier aus kann man sogar Schildkröten, Delfine und Robben im Wasser beobachten

Meeresschildkröte am Aki’s Beach, ein absoluter Geheimtipp

Hikes und Wanderungen

Oahu steht Kauai in Sachen Hikes in nichts nach. Einige bekannte Wanderungen, wie z.B. den Diamonds Head findest du rund um Honolulu, da diese aber schon fast überlaufen sein können, haben wir uns für andere entschieden und wurden nicht entäuscht. Ok, ganz um die bekannten Hikes kamen wir nicht herum, zumindest nicht um die Lanikai Pillboxes. Wenn man den Nachmittag aber sowieso am Lanikai Beach verbringt, sollte man den wirklich leichten Aufstieg zu den Pillboxes (ehemalige Bunker) unbedingt zur Golden Hour und dem Sonnenuntergang mitnehmen. Mit uns waren nur eine Handvoll anderer Menschen oben, die Aussichten waren wunderschön und die Wanderung wirklich easy going. Ich habs zumindest in Birkenstocks geschafft.

Lanikai Pillboxes

Auf der Pillbox mit Blick auf Lanikai

Wunderschöner Ausblick auf die Lanikai Bucht

Etwas unbekannter hingegen sind die Maili Pillboxes. Der Hike ist schon etwas anspruchsvoller als der zu den Lanikai Bunkern, ich würde ihn aber dennoch als leicht bezeichnen. Auch hier hat man zum Sonnenuntergang wahnsinnige Aussichten auf die Bucht. 

Maili Pillboxes

Sunset über den Maili Pillboxes

Kommen wir zu den Hikes auf den Ridges, also den Bergkämmen, für die man auf jeden Fall schwindelfrei sein sollte, denn wenn man hin und wieder zur Seite runterschaut, geht es ganz schnell ganz schön steil hinunter. Wir entschieden uns für die Hikes Wiliwilinui und den Kuliouou Ridge Hike, die sich beide in nichts nachstehen. Besonders bei den Hikes auf den Bergkämmen hat man das Gefühl, die verschiedenen Klimazonen Hawaiis spüren zu können. Man startet bei brütender Hitze, kommt aber trotz weniger Höhenmeter schnell in einen Bereich, in dem es abkühlt. Auf dem Kamm ist es meist sogar recht windig und frisch.
Beide Hikes sind moderat, also gut zu schaffen, solange man eben schwindelfrei ist. 

Wiliwilinui Trail mit Aussicht auf die Stadt Kapolai

Der Ausblick vom Ziel des Hikes Kuliouou

Atemberaubende Aussichten während beider Hikes

Mein absolutes Highlight unter den Wanderungen auf Hawaii - wenn nicht sogar (bis jetzt) weltweit - ist die zur Stairway to Heaven. Eine Treppe mit 4000 Stufen, die zu militärischen Zwecken erbaut wurde und zu einer Radio Station Antenne auf dem Bergkamm führt. Die Wanderung auf den Treppen ist heute verboten und wird mit hohen Strafen von über 1000$ geahndet.

Haiku Stairs, besser bekannt als Stairway to Heaven

Der offizielle Weg über die Treppen zur Kamm des Berges ist also verboten, es gibt aber von der anderen Seite einen Hike, der legal ist, den Moanalua Valley Trail. (Kleine Notiz vorweg; Aus aktuellen Berichten habe ich erfahren, dass man begonnen hat, die Treppen abzubauen. Laut AllTrails und auch Google Maps ist der Moanalua Valley Trail aber dennoch nicht geschlossen und auch wenn die Stufen als Highlight nicht mehr vor Ort sind, kann man dennoch die wahnsinnige Aussicht vom Ziel der Wanderung genießen.)

Ich sag’s direkt; Die Wanderung hatte es schon in sich. Für Hin -und Rückweg benötigten wir etwa 8 Stunden. Es hatte zwar nicht geregnet, war aber dennoch sehr rutschig und nicht wenige Male musste man klettern und sich dabei an Seilen den Hang entlangklimmen. Auf dem Bergkamm angekommen, sollte man absolut schwindelfrei sein. Der Weg am Abgrund ist schmal und es ist sehr windig, die Aussichten werden aber mit jedem Meter atemberaubender.
Angekommen bei der Pillbox und somit beim Ende der berühmten Stufen bietet sich ein unglaublicher Anblick auf fast jede Seite der Insel. Hier oben wird einem das besondere Klima Hawaiis direkt wieder vor Augen geführt. An einem Teil der Insel rasten die Wolken nur so über der Küste und den Felsen vorbei, auf der anderen Seite war es sonnig. Schlecht in Worte zu fassen - man muss Hawaii einfach erleben!

Einer der vielen Bereiche des Hikes, wo Kletterkünste gefragt sind

Die Pillbox und das Ende der Stufen

Wolkenspiel über den Hängen

Ausblick auf die Ostküste Oahu’s

Sonstige Must-Do’s

Ein Roadtrip über Oahu ist nicht nur ein Muss, um zu bestimmten Stränden oder Wanderungen zu gelangen, sondern auch ein Highlight an sich. Besonders schön ist der Abschnitt über die State Route 72 von Honolulu kommend Richtung Osten und danach in den Norden der Insel. Die Aussichten aufs Meer sind wunderschön. Mach unbedingt einen Halt am Makapu’u Lookout.

Makapu’u Lookout - eine Kulisse wie gemalt

Eine Fahrt durch den botanischen Garten gehört auf jedem Fall dazu. Aber Achtung, man darf hier auf der Straße nicht mehr anhalten um Fotos zu machen, dafür sind genügend Parkplätze und andere Areas mit Fotomotiven vorhanden.

Ausblick aus dem Auto während der Fahrt durch den mystischen botanischen Garten

Wolkenspiel über den Hängen am botanischen Garten

Für einen tollen Ausblick auf die Hauptstadt Honolulu bietet sich ein Stop beim Tantalus Lookout im Puu Ualakaa State Park. Man kann hier einfach mit dem Auto vorfahren.

Ausblick auf Honolulu und den Diamond Head vom Tantalus Lookout

Ein weiterer toller Lookout ist der Nu’uanu Pali Lookout, auch hier kann man direkt mit dem Wagen vorfahren und keine Wanderung ist erforderlich. Typisch amerikanisch eben. Die Aussicht ist aber wirklich wunderschön!

Aussicht vom Nu’uanu Pali Lookout

Honolulu

Honolulu und besonders der Stadtteil um den berühmten, gleichnahmigen Strand Waikiki ist wohl Jedem ein Begriff. Die meisten Besucher der Insel Oahu kommen tatsächlich auch hier in einem der Hotels unter. Mit Erschrecken habe ich aber auch festgestellt, dass viele gar nicht so viel mehr von der tollen Insel sehen als eben Waikiki Beach. Nicht, dass das schlimm wäre, dass gerade Urlauber wirklich einfach nur Urlaub machen und entspannen wollen, kann ich verstehen. Aber Oahu ist so viel mehr als nur Honolulu und Waikiki! Und ich glaube gerade weil ich die Insel von Anfang an auf so eine andere Art und Weise kennen lernte, gefiel mir die Hauptstadt gar nicht so sehr. Gesehen haben sollte man es trotzdem, also machten wir Tagestripps in die City. Ein bisschen durch die Geschäfte bummeln, Ripcurl Shirts mit Hawaii Logo kaufen (:-P) und am Strand liegen oder an der Promenade entlangschlendern. Zugegeben, so schlimm fand ich es dann doch nicht, nach wie vor ist es aber eben ein ganz anderes Hawaii als im Norden oder Westen der Insel.

Waikiki Beach ist wohl gerade fürs Surfen ein Begriff und ein riesen Name. Bis heute bereue ich, dass wir uns kein Brett geliehen und uns in die Wellen gestürzt haben, denn die Bucht ist gerade für Anfänger ein Paradies. Außerdem: Surfen auf Hawaii ist doch mal eine Ansage, oder? Leider war uns die Leihgebühr von schlappen 60$ für eine Stunde einfach viel zu teuer.

Waikiki Beach

Ikonisch: Baywatch Häuschen am wohl berühmtesten Strand der Welt

Haleiwa

Wesentlich mehr Aloha ist für mich der Ort Haleiwa an der North Shore. Hier findest du das ikonische Haleiwa Shoppingcenter, das sind aber vielmehr ein paar Häuschen aneinander gereiht, in denen man allerlei Souvenirs oder Kleidung shoppen kann. Alles wirkt ein bisschen Retro, aber ziemlich authentisch. Mein Highlight war der Store der Marke Patagonia, in der man Shirts mit dem Aufdruck ‘Pataloha’ kaufen konnte. Wie cool ist denn das?

Outdoor Shoppingcenter in Haleiwa

Ein paar Minuten zu Fuß findest du die Straße weiter runter einen Platz mit Streetfoodständen. Vorbeischauen lohnt sich, besonders die Garlic Shrimps von Giovannis Shrimp Truck hier sind berühmt. Eine ewig lange Schlange hungriger Menschen inklusive.

Haleiwa Fruit Shack

Essen & Trinken

Ein Gericht, welches seinen Ursprung auf Hawaii findet und man unbedingt probieren sollte ist die Poke Bowl. Allerdings ist die hier ganz anders, als man sie eben aus Restaurants in Deutschland kennt. So besteht sie nur aus einer Base aus Reis und rohem Fisch in sämtlichen Variationen, z.B. mit Oystersauce, Teriyaki usw. Die beste Poke Bowl, die sogar nicht mal teuer ist soll es beim Foodland geben, zumindest kaufen hier auch die Locals ihre Poke und das ist immer das beste Zeichen. Man kann in 3 Portionsgrößen auswählen und der Preis für eine Bowl startet bei ca. 7$ (stand 2022).

Tuna Poke Bowl aus dem Foodland Store

Um eine Acai Bowl kommt man auf Hawaii ebenfalls nicht herum. Klar, dass man eine im berühmten Sunrise Shack an der North Shore probieren muss - einfach für den Vibe. Die meiner Meinung nach leckerste Bowl gibt es aber im Tropical Tribe in Honolulu und trägt den gleichen Namen Tropical - unbedingt probieren! Letztere ist übrigens deutlich günstiger als andere Bowls in den Cafes der Insel. Pro Tipp: Wähle die Bowl in der Größe L und nimm das günstigste Topping dazu, dadurch spart man zwar am Topping, erhält aber eine riesen Portion!

Sunrise Shack an der North Shore

Iconic!

Meine Lieblingsbowl aus dem Tropical Tribe am Waikiki Beach

Laura

Hi, ich bin Laura, seit einer ganzen Weile in der Welt unterwegs und habe eine Menge Geschichten von meiner Reise zu erzählen. Ich fühle mich gleichermaßen wohl in den Metropolen dieser Erde wie auch auf den schönsten Inseln am Strand oder bei einer Wanderung in den Bergen. Hier findest du von Allem etwas!

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Hawaii - aber low budget

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