Hawaii - aber low budget

Hawaii ist eine der teuersten Destinationen weltweit und für viele ein unerfüllter Traum. Abgesehen von den Flugpreisen aus Deutschland, auf die man wenig Einfluss hat kann man die Trauminseln aber dennoch einigermaßen budgetfreundlich bereisen.

Und hier erkläre ich dir, wie!

Unterkünfte

Der größte Kostenfaktor bei einer Reise in den Inselstaat sind abgesehen von den Flügen natürlich die Kosten für Unterkünfte. Und diese Kosten haben es auf Hawaii wirklich in sich mit Preisen ab 200 US$ pro Nacht und aufwärts.
Ich lehne mich aber gar nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Die Kosten kann man sich sparen!
Hierfür gibt es an sich 2 Möglichkeiten: Housesitting, also das Aufpassen auf Haus und meist auch Haustiere, während die Hausbesitzer im Urlaub sind oder wie in meinem Fall ein Workaway. Das ist kurz gesagt Arbeitskraft gegen Entlohnung in Form von kostenfreier Unterkunft und Lebensmittel. Schon mal vorab, ohne eine Arbeitserlaubnis ist das in den USA natürlich nicht so ganz legal. Vor der Einreise löschte ich sämtliche Hinweise, die auf ein Workaway schließen ließen von meinem Handy und erwähnte dieses natürlich auch bei der Befragung am Zoll mit keinem Wort - easy.

Wir kamen auf einer Mangofarm mit wunderschönem Garten und Hochzeits Location unter. Unsere Unterkunft war einfach: Eine Cabin, also eine Art Wohnwagen im Garten mit einer Ziege, etlichen Hühnern und anderen Reisenden, die ebenfalls ein Workaway vor Ort machten als Nachbarn. Ich habe diese kleine Hütte so sehr geliebt wie keine andere Unterkunft während der Weltreise. Vielleicht war es die Nähe zur unglaublichen hawaiianischen Natur oder der Fakt, dass wir nach 4 Monaten Reise das erste Mal länger an einem Ort blieben? Oder es war einfach der Aloha Spirit… :-D
Dusche und Toilette waren ebenfalls im Garten auszufinden: Outdoor Shower und kompostierbares WC-Häuschen: einfach, aber mehr braucht es nicht.

Unser Zuhause auf Oahu - eine Cabin im Garten

Um hier kostenlos unterkommen zu dürfen, arbeiteten wir an 5 Tagen die Woche 3-4 Stunden im Garten oder halfen bei Vorbereitungen für die Hochzeiten. Zu unseren Aufgaben zählten das Pflanzen neuer Pflanzen, der Bau eines Schweinestalls oder z.B. Parkplatzeinweiser während der Hochzeit, die wir auch live miterleben durften. Eine hawaiianische Hochzeit hautnah- was für ein Traum, oder?

Set up für eine Hochzeit

Neben diesen beiden Optionen ist auch Camping möglich. Es gibt an fast allen Strandabschnitten öffentliche Toiletten und Duschen. Hierfür benötigt es allerdings einen Permit und Reservierungen. Da also unbedingt frühzeitig informieren und buchen.

Ich wohnte im Westen der Insel im Ort Waianae, der eher untouristisch ist. Unter der Woche hat man die wunderschönen Strände in der Umgebung für sich und am Wochenende teilt man sie sich mit Locals, die ganze Festungen aus Pavillions aufbauen und mit der gesamten Familie das Wochenende zelebrieren. Meist mit einem fetten Barbecue.

Dazu sei aber gesagt, dass dieser Teil der Insel sicher nicht das Hawaii ist, von dem viele Menschen träumen. Hier leben halt die Locals ihr ganz normales Leben. Man trifft auch auf viel Armut und wie leider überall in den USA auf einige Obdachlose. Dennoch fand ich es toll hier zu wohnen. Ausnahmslos alle Menschen, denen ich begegnete waren mehr als freundlich. Die Busfahrerin kannte mich bereits nach 2 Fahrten und winkte mir bei meiner abendlichen Joggingrunde jedes Mal total verrückt aus dem Bus zu. Da kann man sich doch nur wohlfühlen, oder? Außerdem verbinde ich mit Backpacking sowieso die Länder authentisch kennen zu lernen und das ist so absolut gelungen.

Das Waianae Valley - untouristisch, ziemlich amerikanisch, aber eben ganz echt

Transport

Oahu hat ein an sich sehr gutes Bussystem. Für die Busfahrten nutzt man die sogenannte ‘Holo Card‘, lädt diese online diese regelmäßig auf und tappt beim Ein- und Austieg in den Bus einfach nur. Eine einzelne Fahrt kostet generell 3$. Mit der Holo Card bezahlt man aber 3$ für 3 Stunden. Wenn man also innerhalb von 3 Stunden 3x mit dem Bus fährt, zahlt man nur einmal.

Trotz des guten Bussystems kommt man meiner Meinung nach aber leider dennoch nicht um einen Mietwagen herum. Die Inseln sind wie das Festland der USA selbst ein absolutes ‘Autofahrland’ und so sind die meisten Startpunkte der unfassbar schönen Hikes nicht mit dem Bus nicht zu erreichen oder man ist gerne mal bis zu 3 Stunden unterwegs. Auch wird es schwer, die North Shore und Strände im Osten der Insel zu besuchen.
Mein Tipp für einen Mietwagen ist die App Turo: Diese bietet ein ähnliches System wie AirBnB, nur eben für Autos.
Wir mieteten hier 3x für 2 Tage einen Wagen und waren jedes Mal mehr als zufrieden. Für die 2 Tage bezahlten wir jeweils ca 170-180$, ein Mietwagen auf bekannten Plattformen wie Check24 wäre doppelt so teuer gewesen. Der Support von unseren Vermietern war jedes Mal wahnsinnig gut, das hier also eine absolute Empfehlung von mir!
Parkplätze finden man während des Road-trips an allen Orten oder Stränden genügend auf der Insel. Hier benötigt es nicht sonderlich viel Planung im Voraus.

Ganz normal ist es auf den Inseln aber auch zu hitchhiken! Die meisten Hawaiianer fahren einen Pick Up und nehmen dich gerne auf der Ladefläche mit. Zugegeben, anfangs haben wir uns nicht so richtig getraut, aber ein paar Mal haben wir dennoch mit Erfolg den Daumen rausgehalten.

Der Jeep ist DAS Auto auf Hawaii!

Sogar bei den Flügen vom Festland oder zwischen den Inseln kann man Sparen. Die Airline Southwest bietet inkludiertes Aufgabegepäck für jeden Flug während Hawaiian 30$ für Flüge von den Inseln aufs Festland und 25¢ für Flüge zwischen den Inseln beaufschlagt.

Landeanflug auf Oahu

Essen & Trinken

Sämtliche Lebensmittel müssen auf die Inseln importiert werden, die Preise selbst in den Supermärkten sind also immens hoch. Es gibt außerdem kaum Obst oder Gemüse, welche lokal auf den Inseln geerntet werden im Supermarkt zu erwerben, da die Nachfrage nach diesen auf dem Festland der USA und anderen Ländern sehr hoch ist und sie somit exportiert werden.

Generell ist natürlich selbst Kochen die Devise um Geld für Essen und Trinken zu sparen. Am günstigsten, wenn man überhaupt von günstig sprechen kann ist natürlich die Supermarktkette Walmart. Zwar mussten wir zum nächsten Walmart immer eine längere Busfahrt auf uns nehmen, diese hat sich jedoch gelohnt. Die Preise in den lokalen, kleinen Supermärkten sind durchaus nochmal 1-5$ teuerer, je nach Art des Produktes.
Bei Obst und Gemüse können sich lokale Farmer Markets lohnen, hier sind die Preise für frische Waren oft günstiger, als im Supermarkt.

Wenn es aber doch mal eine Pizza sein soll, gibt es ein gutes Angebot in der Kette ‘Little Caesars’. Eine normale Pizza mit Tomatensauce und Käse kostet nur 10$ und reicht sogar dicke für 2 Personen.

Die günstigste (und gleich auch beste) Poke Bowl gibt es in den Stores der Supermarktkette Foodland an einer Theke. Hier kaufen auch die Locals ihre Poke.

Und auch wenn sich das jetzt völlig random anhört, es lohnt sich häufig die Angebote bei McDonalds zu checken. So konnten wir oftmals ein Softeis oder eine Cola für nur 1$ genießen.

Frische Poke Bowl aus dem Foodland Store

Laura

Hi, ich bin Laura, seit einer ganzen Weile in der Welt unterwegs und habe eine Menge Geschichten von meiner Reise zu erzählen. Ich fühle mich gleichermaßen wohl in den Metropolen dieser Erde wie auch auf den schönsten Inseln am Strand oder bei einer Wanderung in den Bergen. Hier findest du von Allem etwas!

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2 Jahre Weltreise - Rückblick & Gedanken

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Dein Guide für Oahu, Hawaii