Karibik-Traum: Corn Islands, Nicaragua
Schon mal von den Corn Islands gehört? Ich vermute nicht. Genauso ging es mir zumindest, bevor ich mich das erste Mal mit Nicaragua beschäftigt habe. Die Corn Islands sind 2 Inseln, die im karibischen Meer etwa 70km entfernt von der Küste Nicaraguas liegen. Die beiden Inseln tragen die einfallsreichen Namen Big und Little Corn Island und sind DAS Karibik Paradies schlechthin.
im Paradies!
Big Corn Island, die Hauptinsel der beiden beläuft sich auf eine Fläche von ca. 10km2. Die Insel verfügt über einen kleinen Flughafen, der nur von Nicaraguas Hauptstadt Managua angeflogen wird und ist durch Autos befahren. Little Corn ist wesentlich kleiner. Die Insel hat eine Fläche von 3,1km2, hat keine Straßen und ist nur per Speedboat von Big Corn zu erreichen.
Die englische Sprache auf den Inseln ist weit verbreitet, da die Vorfahren der Inselbewohner von den Westindischen Inseln stammen. Die offizielle Währung ist wie der Cordoba wie auf dem Festland Nicaraguas, dennoch wird alles in USD ausgezeichnet. Man kann in beiden Währungen zahlen.
Die Uhren ticken hier ein wenig langsamer und zu Essen gibt es gerne mal das, was am jeweiligen Tag frisch gefangen wurde. Ein Resort sucht man hier vergebens. Und das vor allem, weil sie touristisch noch nicht besonders erschlossen sind. Sicherlich auch aus dem Grund, dass eine Anreise nur aus Nicaragua möglich ist.
Anreise
Die Anreise ins Karibikparadies ist über 2 Arten möglich. Entweder man nimmt Land und Seeweg über den Ort Bluefields oder den bequemeren Weg per Propellermaschine. Egal für welchen Weg man sich entscheidet, man sollte einen festen Magen haben. Die Anreise per Bus nach Bluefields und Weiterfahrt per Fähre dauert insgesamt durchaus mal mehr als 25 Stunden, schont sicherlich den Geldbeutel im Gegensatz zum Flugzeug, aber der Wellengang kann extrem werden. Wir haben einige Horrorgeschichten von anderen Reisenden gehört und sind froh, das Flugzeug gewählt zu haben. Hier ist es wichtig, direkt über die Fluggesellschaft La Costena zu buchen, da das Buchen über andere Portale bis zu 100€ teurer sein kann. Flüge gibt es nur vom Airport in Managua und alles läuft etwas rudimentär ab. Es ist wichtig, wirklich früh genug einzuchecken, da Sitzplätze in Vergangenheit oftmals einfach durch andere Passagiere ersetzt wurden. Sicherheitskontrollen sind kaum vorhanden, dafür wird man aber mit samt seinem Handgepäck auf die Waage gestellt und gewogen. Alles wirkte ein bisschen unprofessionell und lustig auf uns. Aber gut, wir haben es nach Big Corn Island geschafft und die Aussicht aus der kleinen Maschine mit nur 12 Passagieren war unglaublich beeindruckend.
Beeindruckende Aussicht aus der kleinen Propellermaschine beim Landeanflug auf Big Corn Island
Am Flughafen angekommen nahmen wir uns ein Taxi Richtung Hafen. Taxifahrten kosten auf der Insel generell immer 1US$, egal wohin man möchte. Am Hafen angekommen erstmal Ernüchterung: Das Boot nach Little Corn Island fährt eigentlich 2x am Tag, passend zu den Flugzeiten der Propellermaschine. Für die frühe Tour waren aber nicht genug Passagiere da und das Boot fährt halt erst, wenn es voll ist.
Fahrtzeiten von Big Corn nach Little Corn: 10AM und 4.30PM
Little Corn nach Big Corn: 6.30AM und 3PM
Waren und Gepäck werden am Hafen von Big Corn auf dem Speedboat verstaut
Ich sagte es schon, die Uhren ticken hier anders, so mussten wir fast 6 Stunden auf das Boot warten. Aber warten auf einer Karibikinsel ist gar nicht ganz so wild. So ließen wir unser Gepäck am Hafen, gingen frühstücken und suchten den nächstbesten Strand auf.
die Wartezeit für die Überfahrt haben wir uns an diesem Traumstrand vertrieben
Die Aguila fährt eigentlich 2x am Tag von Big Corn nach Little Corn, manchmal aber nur nur wenn das Boot voll ist und man muss warten
Gegen 17 Uhr etwa kamen wir auf Little Corn Island an und wurden von unserem Host am Hafen abgeholt, er trug netterweise meinen Rucksack. Auf Little Corn gibt es wie erwähnt keine Autos oder andere Fahrzeuge, nicht mal richtige Straßen. Um den Hafen gibt es einen gepflasterten Weg, an dem 2 Tauchschulen inklusive Bar und ein paar kleine Kioske liegen. Nördlich führt der Weg ins Dorf der Einheimischen, südlich endet er. Wir folgten einem Pfad quer über die kleine Insel zur Ostseite, wo einige kleine Bungalows für Touristen liegen.
Der Weg zu unserer Unterkunft im Osten von Little Corn
Unsere einfache Unterkunft “Cool Spot Grace Place”: Hütten direkt am Meer
Unterkünfte
Große Resorts sucht man auf Little Corn Island vergebens. Hier ist aber alles sehr simpel gehalten. Zwar gibt es ein paar Hotels mit Pool und Liegen, die meisten Unterkünfte sind aber einfache Bungalows aus Holz mit direkter Lage am Strand. Auch unsere Unterkunft, die den lustigen Namen ‘Cool Spot Grace Place’ trug war nur eine Hütte mit einem Bett und kleinem Bad. Es gab kein Wifi, häufig fiel der Strom aus und wenn wir Glück hatten gab es morgens in der Unterkunft noch einen Kaffee. Die Zeiten an denen die Küche geöffnet hatte, waren nämlich ziemlich flexibel. Aber genau das macht die Insel einfach aus. ‘Laid back’, sagt man doch so schön.
So stellt man sich seine Tage auf einer recht abgelegenen Karibikinsel doch vor, oder?
Strände auf Little Corn Island
Die gesamte Ost- und Nordküste der Insel ist ein einziger Karibiktraum und bietet die schönsten Strände
Die schönsten Strände der Insel befinden sich im Norden der Insel. Von unserem Bungalow an der Ostseite war es problemlos möglich, barfuß am Strand entlang Richtung Norden zu spazieren. Nach ca. 20 Minuten kamen wir am wohl schönsten Strand der Insel an, dem Otto Beach. Man kann diesen Alternativ aber auch über einen palmenbewachsenen Weg mitten durch das Inselinnere erreichen.
Menschenleerer Strand im Nordosten der Insel
Auf dem Weg zum Otto Beach im Norden der Insel
Zur Hauptsaison kann es am Otto Beach wohl relativ voll werden. Relativ, denn die Insel bietet nur einige wenige Unterkünfte, viele Touristen können es also gar nicht sein. Geht man aber ein paar Meter weiter, findet man sicherlich ein ruhiges Fleckchen im Paradies.
Otto Beach
Otto Beach, zur Nebensaison im Juni war hier nichts los
Essen, Trinken und Sonstiges
Restaurants, Bars und ein paar kleine Kioske finden sich im westlichen Teil und in der Mitte der Insel wieder. Wir werden gerne mal zu ‘Wiederholungstätern’, wenn uns ein Restaurant gefällt, so dass wir ausschließlich im Restaurant ‘El Bosque’ frühstückten und zu Abend aßen. Das Restaurant bietet eine für Nicaragua wirklich abwechslungsreiche Küche zu guten Preisen. Abwechslungsreich bedeutet in diesem Fall, es gibt mehr aus nur Reis und Bohnen und auch für Vegetarier war eine gute Auswahl dabei. Zur passenden Saison gibt es hier sogar frisch gefangenen Hummer für nur 10 USD (2022).
Fruit Salad mit frischem Brot zum Frühstück im Restaurant El Bosque
Little Corn Island ist aber nicht nur Strandparadies, sondern auch ein kleines Paradies für Taucher und Schnorchler, so findest du 2 Tauchschulen im Westen der Insel. Einen Padi- Tauchschein kann man hier wohl für günstige 330 USD machen (Stand 2022),