… Südkorea
Auf einen Blick:
Hauptstadt: Seoul
Sprache: Koreanisch
Währung: Wong
Einreisebestimmungen: visumsfreie Einreise für Deutsche bis zu 90 Tagen
Reisezeit: ganzjährig zu bereisen, die angenehmsten Temperaturen hat man aber sicherlich im Frühling und Sommer
Südkorea - man denkt hier doch als Erstes an die Spaltung von Korea zu Nord- und Südkorea, sowie K-Pop und Gangnam Style, oder? Zugegeben, viel mehr war mir über das Land vor meinem Aufenthalt auch nicht bekannt. Mein Aufenthalt zählt vielleicht auch nicht so ganz als Reise in das Land an sich, da ich diesen als verlängerten 5-Tage Layover nach Ausreise aus Japan in dessen Hauptstadt Seoul nutzte. Ich war von der Stadt, der Kultur und den Südkoreanern aber so begeistert, dass das Land es auf die Liste ‘Ich komme nochmal wieder’ schaffte.
Die tragische Geschichte des Landes Korea ist uns wohl allen bekannt. Mit Ende des 2. Weltkrieges herrschte im Norden des Landes die kommunistische Sowjetunion, im Süden die USA. 1948 gründete man nach einer Wahl im Süden die Republik Korea, bevor es 1950 zum 3-jährigen Krieg zwischen den beiden Parteien Nord und Süd kam. Seither herrscht Waffenstillstand und die DMZ - demilitärisierte Zone wurde errichtet. Ein 248km langer und 2km breiter Bereich, der als Pufferzone zwischen denen vom Militär scharf bewachten Landesgrenzen dient.
Nordkorea ist unter der Herrschaft von Kim Yong Un nach wie vor ein kommunistischer Staat, während Südkorea eine Demokratie aufweist.
Die südkoreanische Marktwirtschaft ist stark, macht das Land zu einem sehr reichen und zum Gegenteil eines Low-Budget Reiseziels. So war unser Aufenthalt einer der teuersten der ganzen Weltreise. Dazu kommt aber natürlich auch, dass wir nur 5 Tage im Land verbracht haben und an diesen 5 Tagen natürlich so viel wie möglich erleben wollte. Schnell reisen geht einfach immer wieder deutlich mehr ins Portmonee.
Traditionen, Esskultur und Transport
Südkorea hat einige schöne Traditionen, wie z.B. Hanboks, bunte Kleidung und Gewänder. Tragen die Südkoreaner einen Hanbok, haben sie kostenlosen Zutritt zu Tempeln und Palästen.
Südkorea ist außerdem Heimat der Kampfsportart Taekwondo und des bereits erwähnten K-Pop, der mittlerweile in aller Munde ist. Eine ganze Bewegung quasi, die der amerikanischen Popmusik ähnelt, aber eben auf koreanisch gesungen wird.
Die Südkoreanische Küche ist weltweit wohl vor allem für das Korean BBQ bekannt, aber auch Kimchi, ein Gericht aus fermentierten Chinakohl dürfte den meisten bekannt sein. Allgemein ist die Küche der Koreaner extrem fleischlastig und ich glaube in keinem anderen Land war es für uns so schwer, vegetarische Gerichte zu finden. Selbst in den Convenience Stores war gefühlt jede Instant Nudelsuppe mit Fleischbeilage.
Eine weitere, kleine Schwierigkeit bei einer Reise nach Südkorea ist, dass Google Maps einfach nicht funktioniert. Zwar findet man die meisten Spots in der App, eine Routenführung ist aber nicht möglich. Hier sind wir auf die App ‘Naver’ ausgewichen, die erstmal ein wenig kompliziert erscheint, dann aber doch ganz gut zu nutzen war.
Good to know - ein bisschen Talk unter Reisenden
ich habe es oben bereits erwähnt, um von A nach B zu kommen ist Google Maps keine Hilfe: wir nutzen die App Naver
vegetarisch essen ist extrem schwierig, selbst in den meisten Instandsuppen in den Conveniences Stores ist Fleisch enthalten - es gibt gerade in Seoul schon einige vegetarische oder vegane Restaurants, diese sind aber sehr teuer
Seoul
Seoul, my Soul - lautet der Slogan der Stadt und ich finde ihn absolut passend. Ich glaube, es dauerte keinen Tag, bis die Stadt sich in mein Herz geschlichen hatte. Vielleicht aus dem Grund, dass wir direkt aus Japan kamen und die Stadt so anders als die japanischen auf mich wirkte oder vielleicht, weil man an einigen Ecken einfach wieder so ein bisschen vertrautes südostasisches Großstadtchaos vorfindet - wer weiß?!
Seoul wirkte auf mich bunt, jung, locker, selten überlaufen und eben an einigen Ecken und auf Märkten sogar ein wenig chaotisch und trotzdem einfach nur schön. Japans Großstädte sind fernab von den belebten Vierteln oftmals irgendwie steif und auch ein bisschen back in the days. In Seoul hingegen fühlte ich mich einfach wohler, weil es lebendiger wirkte.
Mit der App Naver ist das Navigieren in der Hauptstadt super einfach. Mit der Metro kommt man immer gut zum nächsten Ziel. Auch Bahnsteige und Exits sind in der App gekennzeichnet, so dass man sich gut zurecht findet. Einen kleinen Minuspunkt gibt es in den Metrostationen allerdings: Es gibt unzählige Treppen, das kann anstrengend werden, wenn man doch bei so einem Städtetrip sowieso die ganze Zeit auf den Füßen ist.
Fangen wir mit dem berühmten, farbenfrohen Viertel um die Hongdae Street an. Hier findest du Cafés, Restaurants, Fashion Stores, Vintage Shops und alles, was das Herz so begehrt. Überall schallt Musik aus den Läden, natürlich K-Pop. An jeder Ecke in Seoul, wie auch hier im Viertel findet man übrigens Studios mit Fotoautomaten und einer ganze Menge Accessoires, die man sich für die Fotos im Selbstautomaten anziehen kann - ein Muss, wenn du mich fragst. Mein Lieblingscafé an der Hongdae Street ist das Cafe BetterDay. In Südkorea ist es nicht so leicht, eine Milchalternative zu finden. Hier gibt es Oatmilk und der Kaffee ist zudem auch sehr sehr lecker. Eine Spezialität für die wir mehrere Tage in Folge wiederkamen ist der Black Sesame Latte mit Oat Milk - man rührt ihn nicht, sondern trinkt zunächst die Espressoschicht oben ab, zumindest haben wir das so verstanden, als man versucht hat, es uns zu erklären. Aber wie auch immer man ihn nun trinken soll, einfach nur lecker!
Viel Trubel, Leuchtreklame und Shops mit allem Möglichen findest du auch in der Myeondong Street. Jeden Nachmittag wird hier ebenfalls ein Markt mit unglaublich leckerem, ausgefallenen Streetfood aufgebaut. Hier findet man übrigens auch als Vegetarier eine ganze Menge, viel Süßkram, aber auch vegetarisches Sushi. Probiere unbedingt die Mochis, diese sind mit frischen Früchten gefüllt und werden auch direkt vor deinen Augen frisch zubereitet. Richtig lecker und eine kleine Sünde sind außerdem Marshmallows am Spieß, die mit verschiedenem gefüllt sind wie z.B. Brownie oder Nutella. Diese werden dann noch extra flambiert!
Gleich um die Ecke findest du das mit Michelin Stern ausgezeichnete Restaurant ‘Myeongdong Kyoja Branch’. Das Restaurant ist hauptsächlich für seine Spicy Nudeln mit Gurken bekannt. Klingt komisch, oder? War aber richtig, richtig lecker! Die Nudeln kommen in einer Paste aus Pfeffer und Öl, sind medium scharf und getoppt mit Gurken. Zwar steht kein Fleisch als Inhaltsstoff auf der Speisekarte, aber wir waren uns bei diesem Gericht nicht ganz sicher. Anders war das bei den Soybean-Noodles. Eine Art cremige Suppe aus Soja mit Nudeln und Gurken - auf jeden Fall veggie und mega lecker! Je Gericht zahlten wir ca. 8-10€, absolut nicht teuer für das, was es war. Ganz große Empfehlung also!
Nicht weniger trubelig, aber wesentlich traditioneller geht es bei den Tempeln und Palästen zu. Wobei trubelig im Gegensatz zu Japan vielleicht gar nicht das richtige Wort ist. Der Königspalast ‘Gyeongbokgung Palace’ ist natürlich immer gut besucht, da er eine Art Wahrzeichen der Stadt ist. Ich fand es trotzdem schön anzusehen, denn hier treffen sich unzählige Koreaner in den traditionellen Gewändern ‘Hanbok’ und machen Bilder mit ihren Familien.
Gyeongbokgung Palace
Gyeongbokgung Palace
Die anderen Paläste sind wesentlich weniger besucht. Besonders schön fand ich Deoksugung Palace und das Gate am Sungnyemun Square. Hier kann man auch einen Wachwechsel zur vollen Stunde beobachten,
Deoksugung Palace
Ein beliebter Fotospot ist das ‘Bukchon Hanok Viertel’, wobei das Hanok für die traditionellen Häuser steht. Diese thronen ein wenig über der Stadt und man hat eine tolle Aussicht.
Bukchon Hanok Viertel
Hier war es uns allerdings etwas zu voll, so dass wir uns ins ‘Ihwa Mural Village’ aufmachten. Das Mural Village ist wie der Name schon sagt bekannt für Streetart und war wenig besucht. Von hier aus kann man durch die engen Gassen weiterschlendernd bis zum Naksan Pavillon und kommt an vielen kleinen Cafés vorbei während man eine tolle Aussicht auf die riesige Stadt hat.
Ihwa Mural Village
Naksan Pavillion
Weitere Sehenswürdigkeiten in Seoul sind der Seoul Tower, die Starfield Library, die futuristische Dongdaemun Museums Plaza und der Gwangjang Markt
DMZ Tour
Ein Aufenthalt in Seoul bietet sich natürlich auch für eine Tour zum DMZ an, der Demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Solche Touren sind ganz einfach über Viator oder GetYourGuide buchbar. Man wird ganz komfortabel morgens an der Unterkunft abgeholt und ist ca 1 - 1,5 Stunden unterwegs bis zur Grenze zu Nordkorea. Hier werden verschiedene Spots angefahren, man lernt einiges über die Geschichte der Länder und kann anschließend sogar einen Blick über die Grenze werfen und mit Glück sogar ein paar Nordkoreaner auf den Straßen sehen, durchs Fernglas natürlich.
Grenzübergang zwischen Süd- und Nordkorea
Die Tour gehört bei einer Reise nach Seoul, oder generell Südkorea auf jeden Fall ins Programm und wir konnten wirklich viel Interessantes über die Hintergründe lernen. Hin und wieder hatte ich allerdings zu sehr das Gefühl, dass man hier eine reine Touristenveranstaltung erschaffen hat. Im Angesicht der ernsten Geschichte hätte ich mir manchmal einfach mehr Ernsthaftigkeit gewünscht.
Freedom Bridge
Nordkorea
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