… Panama

Auf einen Blick:

  • Hauptstadt: Panama Stadt

  • Sprache: Spanisch

  • Währung: US Dollar und Panamaischer Balboa

  • Einreisebestimmungen: visumsfreie Einreise für Deutsche bis zu 90 Tagen

  • Reisezeit: Trockenzeit von Mitte Dezember bis Mitte April

Oh wie schön ist Panama - wir kennen den Spruch wohl alle, während Janosch und der kleine Tiger aufbrechen in das vermeintliche Paradies. Doch ist das wirklich so? Panama steht bei vielen Individualreisenden und vor allem Low-Budget Reisenden nicht auf der Bucket List und wird von vielen sogar schon fast gemieden, so steht es doch immer im Schatten seiner Nachbarn wie z.B. Costa Rica, das mit einzigartiger Flora und Fauna lockt oder Nicaragua, wo Abenteuer einfach Programm ist. 

Aus Kolumbien war Panama für uns nur per Flugzeug oder per Segeltour zu erreichen, denn der Landweg ist durch den berüchtigten Darien Gap so gut wie undurchquerbar. So gut wie soll heißen, dass es durch mehrtägige Wanderung durch tiefsten Dschungel machbar ist, hier aber ein großer Umschlagspunkt für Kokainhandel beheimatet ist, was das Ganze zu einer wirklichen Herausforderung macht. Nicht mal die bekannte Verbindung von Nord- nach Südamerika, die Panamerikanische führt durch diesen Dschungel. Ohne einen absolut bewanderten Tourguide ist eine Durchquerung des Gebietes unmöglich.
Wir wählten zur Einreise den Luftweg und auch hier gilt für Deutsche keine Visumpflicht bei Aufenthalt von bis zu 90 Tagen - easy. Hier möchte ich die Einreise per Segelboot aber nicht unerwähnt lassen. Zu oft habe ich andere Reisende von dieser mehrtägigen Tour schwärmen hören. Von Kolumbien aus startet der Segeltörn in Cartagena und man segelt über die paradiesischen San Blas Inseln bis nach Panama City. Hier hat man die Möglichkeit wirklich abgelegene karibische Inseln zu erkunden, auf denen nur Locals leben. Anderweitig sind sie vom Tourismus bis heute verschont geblieben. So eine Möglichkeit bietet sich einem womöglich selten. Warum wir uns gegen eine solche Tour entschieden? Erstmal aus Kostengründen. Die meisten Touren beziehen sich auf 5 Tage/ 4 Nächte und kosten gerne mal ca. 550 US$ pro Person. Der Preis für Touren von 4 Tagen bzw. 3 Nächten liegt meist bei um die 300 US$. Da wir absoluten Weltreise-Newbies waren, wollten wir mit unserem Geld lieber erst einmal haushalten und nicht direkt zu Anfang einen so großen Haufen ausgeben. Der Flug hat im Vergleich dazu nämlich ‘nur’ knapp 100€ inklusive Gepäck gekostet.

Wie schon erwähnt, wird Panama von vielen Low-Budget Reisenden gemieden und das aus einem gutem Grunde, aus dem auch wir uns für einen recht kurzen Aufenthalt von 2 Wochen entschieden: Es ist verdammt teuer. In Panama wird in 2 Währungen gezahlt: US Dollar und Panama Balboa, hauptsächlich aber in USD und schnell wird bewusst, warum alles so teuer ist. Mal im Vergleich; In Nicaragua kosten eine durchschnittliche Wassermelone auf dem Markt oder im Supermarkt um die 1-2€, in Panama waren es 6-7€. Aber das heißt alles nicht, dass man ein Land wie Panama nicht dennoch kostengünstig bereisen kann, es benötigt lediglich ein wenig mehr Planung. Einige Wochen zuvor begannen wir, alle Unterkünfte im vornherein zu buchen und ersparten uns pro Nacht einige Euros. Außerdem empfiehlt es sich, seine Mahlzeiten selbst zu kochen oder darauf zu achten, dass das Frühstück im Preis der Unterkunft bereits enthalten ist. Und genau das war auch bei uns der Fall. Wir zahlten für unsere Unterkünfte von 25-30€ pro Nacht für ein Doppelzimmer. Das Frühstück, meist in Form von Pancakes und Früchten war immer enthalten und wir achteten bei der Buchung darauf, dass auch eine Gemeinschaftsküche vorhanden war. So konnten wir unser Mittag- und Abendessen selbst zubereiten.

Zwar hat Panama sicherlich nicht so eine aufgeregende Tierwelt zu bieten wie das Nachbarland Costa Rica und ist bestimmt schon westlicher angehaucht, als Abenteuer pur in Nicaragua, dennoch hat es von tiefem Dschungel, Vulkankratern und Karibikküste einiges zu bieten. Man kann in den Bäumen sogar Faultiere entdecken. Eine Reise ist es also absolut wert, wenn auch vielleicht nur kurz. Einen Pluspunkt bringt Panama dazu noch mit: Das Land ist nicht sonderlich groß und mit dem Bus ist alles sehr gut zu erreichen. Bustickets haben wir für Nachtbusfahrten einige Tage vorher am Busterminal erworben. Tickets für kürzere Strecken einfach direkt vor Ort kurz vor der Abreise. Es waren immer genügend Tickets und Plätze vorhanden.

Good to know -
ein bisschen Talk unter Reisenden…

  • Panama ist kein günstiges Reiseland: Sparen kann man hier am Besten, in dem man die Reise ein wenig plant, im voraus bucht und das Essen in den Hostelküchen selbst kocht - mein Lieblingsgericht aus der Hostelküche ist übrigens Shakshuka: wenig Zutaten und trotzdem super lecker

Panama Stadt

Panama City, die wohl westlichste Hauptstadt der Länder in Zentralamerika. Zwar war ich zuvor noch nie in Miami, dennoch fühlte ich mich in einigen Straßen von Panama Stadt wie in der amerikanischen Metropole. Und damit bin ich wohl nicht die Einzige. 

Panama City ist geprägt vom Panamakanal und macht die Stadt zu einer weltweit wichtigen Größe für Industrie und Handel und ist sicher auch ein Grund, für die hohen Lebenshaltungskosten im Lande. Der Panamakanal ist eine künstlich angelegte Wasserstraße, die 1914 eröffnete und den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Eine gefährliche Fahrt um das legendäre Kap Hoorn im südlichsten Teil des Kontinentes Amerika kann den Schiffen dadurch erspart bleiben.

Ein Besuch des Kanals darf bei einem Aufenthalt in Panama Stadt natürlich nicht fehlen, jedoch hat das Besucherzentrum an den Miraflores-Schleusen auch einen Preis. Bei unserem Aufenthalt 2022 waren es stolze 30 US$ pro Person. Das Geld haben wir uns gespart und stattdessen für 3US$ je Hin- und Rückweg ein Uber zum Aussichtspunkt “Mirador de las Americas” genommen. Von hier aus hat man wirklich einen fantastischen Blick auf dieses gigantische Bauwerk und sämtlichen Schiffen wie natürlich auch auf die “Bridge of the Americas”. Der Eintritt zum Aussichtspunkt ist frei, es blieb also bei den 6$ für die Fahrt. Das also schon mal ein toller Tipp für alle Sparfüchse, die den Panamakanal dennoch in voller Pracht erleben wollen. 

Bei einem Besuch in Panamas Hauptstadt darf ein Abstecher in dessen Altstadt Casa Viejo natürlich ebenfalls nicht fehlen. Man kann sich durch die schönen Gassen treiben lassen, sich in einem der vielen Cafés ein Häuschen erlauben und einen wirklich tollen Blick auf die Skyline erhaschen. Dennoch würde ich die einladendem Gassen mit Vorsicht genießen. Wir schlenderten einen Ticken zu weit und gelangten wohl, ohne dass wir es irgendwie bemerkten in eines der gefährlichsten Viertel von Panama Stadt. So warnten uns zumindest Polizisten, die uns auf ihrer Streife (zum Glück) entdeckten und uns auf direktem Wege zurückschickten. Wir kehrten natürlich direkt um und setzten unseren Spaziergang auf der Promenade aus Richtung Altstadt kommend in Richtung Skyline fort. Hier tummelten sich viele Straßenverkäufer, Sportler und auch Skateboardfahrer und wir mittendrin, die Skyline der Stadt immer im Blick. 

El Valle de Anton

Ein kleiner, verschlafener Ort inmitten eines Vulkankraters. Aber nicht nur ein Vulkankrater, es handelt sich hierbei um den weltweit größten bewohnten Vulkankrater der Welt. Das Örtchen ist in nur 2,5 Stunden Busfahrt vom Busterminal in Panama Stadt aus zu erreichen und bei Naturliebhabern besonders für seine tollen, aber auch moderaten Wanderungen auf die Kraterränder bekannt. Die Wanderungen können allesamt auf eigene Faust unternommen werden und mit Apps mit Alltrails kinderleicht navigiert werden.

Langweilig wird es in El Valle de Anton also nicht, so gibt es alleine nur 5 Kratergipfel, die zu Fuß erklommen werden können: Cerro Gaital, Cerro Cara Iguana, Cerro la Cruz, Cerro la Silva und La India Dormida. Letztere ist wohl die bekannteste der Wanderungen und benannt nach einer liegenden Frau, dessen Umrisse man im Dorf stehend wirklich deutlich erkennen kann. Die Wanderung startet beim Piedra Pintada, einem Felsen mit Petroglyphen. Hier werden 3 US$ Eintritt pp verlangt. Kommt man zum Sonnenaufgang kann man sich die Eintrittsgebühr sparen, jedoch wird von einem alleinigen Aufstieg in der Dunkelheit abgeraten, was ich nach unserem Aufstieg im Tageslicht absolut bestätigen kann. Ein Teil der Wanderung geht entlang an einem Wasserfall durch tiefen Dschungel und war dadurch wirklich sehr rutschig. Möchte man dennoch unbedingt zu Sonnenaufgang auf dem Kraterrand stehen, kann man an einer geführten Wanderung von Bodhi Hostel, in dem wir übrigens auch übernachteten, teilnehmen. 

Neben der Wanderung “la India Dormida” entschieden wir uns am nächsten Tag noch für den Aufstieg des “Cerro Tara Iguana”, einem weiteren Rundweg mit tollem Ausblick über El Valle de Anton. Beide Wanderungen waren wirklich moderat und in den Morgen- oder Vormittagsstunden in Ruhe zu schaffen.

Isla Colon, Bocas del Toro

Die Provinz Boas del Toro liegt in Panamas Nordwesten, genauer gesagt in der Karibik und besteht aus einem Teil Festland und einigen Inseln mit der Hauptinsel Isla Colon. Von Panama Stadt aus ist die Provinz innerhalb von 10 Stunden Fahrt im Nachtbus schnell erreicht. Ziel des Busses ist der Ort Almirante, von dort aus geht es mit dem Wassertaxi Richtung Inseln. 

Bocas del Toro steht sicherlich im Schatten der paradiesischen Inselgruppe San Blas, ist aber die etwas kostengünstigere Alternative und hat einiges zu bieten.

Der Hauptinsel Isla Colon mit ihrer Bocas Town eilt gut und gerne mal der Ruf “Partyinsel” voraus und die Partyserie “Filthy Friday” ist unter Reisenden in ganz Mittelamerika bestens bekannt, dennoch hat die Inseln auch einige schöne und ruhige Ecken, die wirklich einem wahrgewordenen Karibiktraum gleichen. Zu den wilden Parties jeden Freitagabend kommen zahlreiche Feierwütige zusammen, sogar aus Costa Rica, denn die Grenze liegt unweit und das haben sich sämtliche Touranbieter zu Gute gemacht. Ich will aber ganz ehrlich sein, wenn man sich für solche Parties nicht interessiert, bekommt man auf der Insel wenig davon mit. 

Im Westen der Insel liegt der Kilometerlange Traumstrand “Bluff Beach”. Karibiktraum schlechthin und gerne Menschenleer. Dieser ist mit dem Shuttlebus vom Simon Bolivar Park ganz leicht zu erreichen. Eine Fahrt kostet 3$ und der letzte Bus zurück Richtung Bocas Town fährt gegen 19 Uhr. Perfekte Vorraussetzungen für einen Strandtag!

Isla Colon bietet sich außerdem als Ausgangsort für Touren auf die anderen Inseln des Archipels. Im Hafen tummeln sich verschiedene Tourenanbieter, die meist 3 Touren im Angebot haben. Hier ist für jeden etwas dabei.

Wir entschieden uns für eine Tour, die aus Schnorcheln, Dolphin Watching und dem Besuch der unbewohnten Insel Isla Zapatilla bestand. Die Ganztagestour kostete uns 30 US$ pro Person. Um die Tour zu bewerten ist es gerade schwer für mich, die richtigen Worte zu finden. Es war kein absoluter Flop, dennoch möchte ich anmerken, dass wir uns im Vornherein nicht mit dem Ablauf auseinander gesetzt hatten. Das Dolphin Watching war leider nicht ganz so tierfreundlich, wie es angebracht wäre. Zwischendurch hatte man schon das Gefühl, mehrere Boote versuchten die Tiere zu umzingeln, sobald welche gesichtet wurden. Auch auf der sogenannten einsamen Insel Zapatilla tummelten sich natürlich alle Tourboote auf einmal und der Strand war überfüllt mit Menschen. Wir hatten aufgrund von tollen Menschen, die wir im Hostel kennen lernten dennoch eine gute Zeit. Für die Tour gibt es von mir aber keine Empfehlung.

Isla Bastimentos, Bocas del Toro

Isla Bastimentos - und während es schon schwer war für die Tour auf Isla Colon die richtigen Worte zu finden, macht es mir die kleine Nachbarinsel absolut nicht leichter. Da Isla Colon den Ruf der Partyinsel trägt und wir im Vorfeld natürlich nicht wussten, dass sie uns dennoch wirklich gut gefällt hatten wir einen 4 tägigen Aufenthalt auf der ruhigeren Insel Bastimentos geplant. Und wer gut aufgepasst hat, weiß nun, dass wir wirklich jede Unterkunft in Panama einige Wochen zuvor gebucht hatten, um die Kosten geringer zu halten. Das ist uns gelungen, was aber, wenn man sich an einem Ort so gar nicht wohl fühlt? Fehlplanung. Leider erging es uns mit Bastimentos so. Unsere Unterkunft war eigentlich toll und mitten im “Zentrum” der Insel gelegen. Hier gibt es keinen Strand, alle Unterkünfte sind auf Stege im Wasser erbaut und haben nach hinten raus eine Art schöne Terrasse auf dem Wasser. Wir hatten einen tollen Gemeinschaftsbereich mit Küche und immer einer wunderschönen Aussicht aufs Wasser.  Im Ort an sich gibt es nicht viel zu entdecken. Hier leben die Locals recht einfach in ihren Hütten und es gibt 2 kleine Einkaufsläden, sowie einen kleinen Laden, in dem man Früchte erwerben kann, die täglich frisch vom Festland geliefert werden.

Durch einen kleinen Hike durch das Innere der Insel gelangt man zum Traumstrand “Wizard Beach”. Schon bei meinen Recherchen wurde ich stutzig, viel klagten über Diebstahl am Strand, sowie dem Gefühl von Unsicherheit durch merkwürdiges Verhalten von Locals. Und leider wurden auch wir Zeugen eines Diebstahles von Geld direkt am Strand. In dem Fall waren aber nicht wir betroffen, sondern eine Schweizerin, die unweit von uns ihr Strandtuch kurz unbeobachtet ließ und sich im Wasser erfrischte. Kurz darauf kam sie zu uns und fragte ob wir jemanden gesehen hätten, denn es sei Geld gestohlen worden. Da wir aber auf unserer Decke dösten, haben wir gar nichts gesehen. Wir haben nur bemerkt, dass immer wieder einheimische Kids hinter uns im Palmenwald unterwegs waren. Was macht man also 4 Tage auf einer Insel, auf der es nicht viel zu entdecken gibt und man sich am Strand nicht wirklich wohlfühlt? In der Unterkunft verweilen, klar. Schade nur, wenn die Mitbewohner 4 kleine Kinder haben und die den ganzen Tag auf den Holzlatten hin- und herrennen. Das klingt jetzt vielleicht erstmal drastisch übertrieben, aber eine ruhige Minute im Aufenthaltsbereich hatte man aber wirklich nicht.

Aber nicht alles an Isla Bastimentos ist uns negativ aufgefallen. Vielleicht waren wir nur am falschen Ende der Insel, denn auf der anderen Seite, am sogenannten “Red Frog Beach” gibt es weitere Unterkünfte und von anderen Reisenden haben wir nur positives gehört. Der Red Frog Beach ist vom Wizard Beach tatsächlich zu Fuß zu erreichen, aber mit einem wilden Hike verbunden. Dank der App Alltrails fanden wir den nicht mehr so ganz vorhanden Weg nach ca. 1,5 Stunden hiken. Das I-Tüpfelchen der kleinen Wanderung war die Sichtung zweier Faultiere und unzähliger roter Frösche, nach dem der Red Frog Beach benannt ist. Wir verbrachten einen tollen Tag am Strand und fuhren abends für je 3 US$ pro Person mit dem Wassertaxi wieder Richtung Unterkunft.

Ein paar persönliche Empfehlungen auf einen Blick

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