… Kolumbien

Auf einen Blick:

  • Hauptstadt: Bogota

  • Sprache: Spanisch

  • Währung: Kolumbianische Pesos (COP)

  • Einreisebestimmungen: visumsfreie Einreise für Deutsche bis zu 90 Tagen

  • Reisezeit: ganzjährig gut zu bereisen

Kolumbien - der Start unserer Weltreise - für mich also immer irgendwie ein ganz besonderes Land. Warum wir das Lateinamerikanische Land als Startpunkt unserer Reise wählten? Günstig sollte das Land sein, um erstmal zu schauen, wie man mit dem sich selbst vorgegebenen Tagesbudget so auskommt. Außerdem sollte die Reisezeit natürlich einigermaßen passen. Wir starteten im April und in Deutschland war es irre kalt, da mussten 25°C oder wärmer einfach sein. Wir hatten zunächst den Plan in Afrika zu starten, da ich für meinen 30ten Geburtstag am 01.08. aber besondere Pläne hatte und wir im September in den USA Besuch erwarteten, machte das irgendwie keinen Sinn. Zudem fand ich in ersten Recherchen auch heraus, dass Länder wie Kenia, Tansania und co nicht die aller günstigsten sind und auch nicht die am einfachsten zu bereisenden Länder, was Transport und co angeht. Warum dann also nicht direkt auf dem Amerikanischen Kontinent? Kolumbien passte gut. Ganzjährig zu bereisen, was das Wetter angeht, günstig und die Lage perfekt um danach möglichst viel über Land hoch bis in die USA zu reisen. Die Verbindungen aus Europa nach Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens sind ebenfalls ganz gut und so starteten wir am 02.04.22 unsere Weltreise in Richtung Südamerika. Für uns beide das erste Mal in diesem Teil der Welt, vorher hatten wir nur mal eine Woche Pauschalurlaub in der Dom Rep gemacht, zählt jetzt nicht so ganz dazu, finde ich. 

Fangen wir mal vorne an: Die Einreise in das südamerikanische Land ist völlig unkompliziert. Deutsche benötigen nicht einmal ein Visum und dürfen sich 90 Tage im Land aufhalten. Die Anbindungen aus Europa sind zudem wirklich gut, meist mit einem Zwischenstopp in Spanien verbunden, dennoch ist das Land recht schnell erreichbar.
Kolumbien war für uns der perfekte Start der Reise. Es ist unglaublich vielfältig, die Locals sind super freundlich und offen und von Karibikküste, über Großstädte und kleine Bergdörfer in den Anden ist alles dabei. Wenn man allerdings an Kolumbien denkt, denkt man sicher erstmal an Stichwörter wie “Pablo Escobar, Drogenkartelle und mangelnde Sicherheit”. Und ja, sicherlich ist Kolumbien nicht das sicherste Reiseland wie viele andere Länder in Süd- und Zentralamerika auch, dennoch kann ich nur für uns sprechen und sagen, dass wir uns sehr wohl und immer sicher gefühlt haben. Dennoch haben wir besonders in den Großstädten Bogota und Medellin immer gut auf unsere Sachen aufgepasst und keinen Schmuck oder andere Wertsachen offen am Körper getragen. Genau so würde ich es auch jedem empfehlen: Wertsachen im Hostel lassen oder verstecken, wachsam sein und meiner Meinung nach einfach aufs Bauchgefühl hören. Wenn man sich nicht wohlfühlt hilft nur eins: gehen!

Wie wir es schon vorher erwartet hatten, war Kolumbien super günstig zu bereisen. Trotz eines Inlandfluges und täglich mindestens 2x auswärts essen gehen lagen wir deutlich unter unserem Tagesbudget von 60€ für 2 Personen. Wie ich schon erwähnt hatte, waren die Locals unheimlich nett und hilfsbereit und mit unserem gebrochenen spanisch kamen wir ganz gut zurecht. Zumindest gelang es uns immer, etwas vegetarisches zu Essen zu bekommen, auch wenn das vielleicht nicht auf der Speisekarte stand. Hier einfach nach “Menu Vegetariano” oder “No Carne, no Pollo” fragen. Uns wurde meist eine große Portion Reis mit Bohnen, Kochbananen, Salat und Ei gezaubert.

Zwar nahmen wir für eine Strecke einen Inlandsflug, dennoch ist Kolumbien aber über die öffentlichen Verkehrsmittel sehr gut zu bereisen. In den Großstädten gibt es ausgeklügelte Busssysteme oder Metros. Man kauft sich z.B. am Flughafen oder an einem größeren Bahnhof eine Karte und kann diese jederzeit mit Geld aufladen. Lange Fahrten, wie z.B. von Medellin nach Salento buchten wir über den Anbieter Redbus, hier nutzen wir ganz einfach die zugehörige App und haben keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht. Naja - nicht so ganz. Die Fahrten durch die Anden können ganz schön kurvig sein, das bekam mir nicht immer ganz so gut.

Good to know -
ein bisschen Talk unter Reisenden

  • während unserer Zeit in Kolumbien trafen wir viele andere Reisende und man tauscht sich natürlich aus, wir hörten aus vielen Ecken, dass Nachtbusse unsicher seien, da die Fahrer oft viel zu viele Stunden am Stück fahren, sie übermüden und es oft zu Unfällen kommt

  • im Restaurant “vegetariano” oder “no carne” zu bestellen, wird nicht überall als vegetarische Mahlzeit verstanden - Pollo, also Huhn wird nicht unbedingt als Fleisch angesehen, “no pollo” sollte man vielleicht dazu sagen

  • Kolumbianer sind unglaublich hilfsbereit und nett, können es aber nicht über sich bringen, keine Antwort zu wissen, falls sie also z.B. nicht den richtigen Weg zu einem Ort wissen, würden sie dich eher anlügen, als zuzugeben, keine Ahnung zu haben

Bogota

Bogota - Kolumbiens Hauptstadt und Start unserer Weltreise. Die Metropole inmitten der zentralen Kordillieren, einem Neugebirge der Anden, ist ein kleines Abenteuer für sich. Die Stadt fasst heute mehr als 7 Millionen Einwohner und es wurde nicht in die Höhe gebaut, wie so üblich in den meisten Großstädten dieser Welt, sondern in die Weite. Die Stadt ist also einfach nur eins: groß! Wie die meisten Südamerikanischen Großstädte ist sie vielleicht nicht schön und auch der Ruf “unsicher” eilt ihr wie vielen anderen Städten in diesem Teil der Welt voraus, dennoch ist ein Besuch heutzutage absolut empfehlenswert. Schlendern durch das touristische und vor allem schöne Altstadtviertel La Candelaria oder sich einmal über den “Plaza de Bolivar” treiben lassen ist unter den simplen Regeln, nicht den teuersten Goldschmuck zu tragen und gut auf seine Sachen zu achten ziemlich bedenkenlos möglich. 

La Candelaria ist übrigens generell eine hervorragende Ausgangslage für einen Besuch der Stadt um in einem der zahlreichen Hostels oder Hotels unterzukommen. Wir kamen im “Botanico Hostel Bogota” unter. Ein tolles, sauberes Hostel mit Dorms und Doppelzimmern, inkludiertem Frühstück und einer Dachterasse mit tollem Ausblick auf die Altstadt - eine ganz klare Empfehlung!

Die optimale Möglichkeit, eine Metropole wie Bogota kennen zu lernen ist eine Free Walking Tour. Es gibt hier einige Anbieter und man spendet im Anschluss der Tour einen Betrag seiner Wahl. Wir wurden durch die Altstadt geführt, lernten viel über Kultur und Geschichte des Landes und nicht zuletzt über einige der vielen Graffiti in La Candelaria. Junge Kolumbianer drücken hier ihre Gefühle aus oder berichten in ihrer Kunst von Geschichte mit hoffnungsvollem Blick auf die Zukunft der Stadt.

Ich habe es bereits erwähnt; Bogota ist riesig. Um die Dimensionen wirklich auf sich wirken zu lassen, gehört ein Aufstieg auf den 3152m hohen Cerro de Monserrate unbedingt dazu. Hier ist unbedingt zu beachten, den Aufstieg nicht auf einen Sonntag zu legen, da die Tickets dann teurer sind. Für den Aufstieg gibt es verschiedene Möglichkeiten: der etwa 50min lang andauernde Aufstieg zu Fuß oder man ist etwas gemütlicher und nimmt die Seilbahn. Letzteres würde ich empfehlen, da der Aufstieg zu Fuß von vielen Reisenden als nicht sicher beschrieben wird. Touristen wurden hier mehrfach überfallen. Ein Ticket für die Seilbahn kosten 9000 COP (04/2022), also ca. 2.09€, die Aussicht ist dafür wirklich unbezahlbar.

Palomino

Von Bogota, das aufgrund der Lage in einer Höhe von 2650m nicht wärmer als 20°C war ging es erstmal Richtung Sonne. Karibikküste - was auch sonst? Kolumbien ist riesig, wir entschieden uns um etwas Zeit zu sparen zu fliegen. Für die Umwelt sicher nicht die beste Lösung, der Inlandsflug war hier aber preislich nicht teurer als eine Busfahrt. Wir flogen nach Santa Marta, einer kleinen Stadt an der Küste im Norden des Landes und fuhren direkt im Anschluss mit einem Bus weiter nach Palomino. Der Bus fährt vom Mercado Central in regelmäßigen Abständen (alle 15-30 Minuten) und kostet 12000 Kolumbianische Pesos (ca. 3€). 

Palomino ist ein kleiner Ort an der Karibikküste. Wenn ich mich für ein Wort entscheiden müsste, wäre es: entspannt! Sicherlich kein Geheimtipp unter Reisenden und es war auch einiges los, dennoch fand ich es absolut nicht überlaufen. In dem kleinen Ort gibt es keine Straßen, nur Sandwege und der Hotspot ist sicherlich ein zum Strand führender Weg, an dem lauter Restaurants, kleine Shops und Bars zu finden sind. Wir verbrachten eine Woche in Palomino und kamen das erste Mal so richtig an. 

Ein Highlight in Palomino war für mich der Fluss “Rio Palomino”. Eigentlich gar nichts Besonderes, dennoch verbrachten wir einen ganzen Tag an einer flachen Mündung, badeten im Wasser und spielten mit einigen Straßenhunden. Was den Fluss für mich zu etwas Besonderem machte, waren die Locals. Die kamen um Wasser aus dem Fluss in Tanks zu pumpen, ihre Zähne zu putzen oder ihre Wäsche zu waschen. Für jemanden aus Deutschland, der so privilegiert aufgewachsen ist, ist das einfach irgendwie immer noch so unvorstellbar, dass ein Großteil der Menschheit noch genauso lebt und hin und wieder ist es einfach gut, auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden.

Tayrona Nationalpark

Auch ansonsten ist Palomino nicht nur Strand oder Party im Hostel. Von hier aus kann man auch einen Tagesausflug in den nahegelegenen Tayrona Nationalpark machen. Viele Reisende mieten sich dafür extra in einem (meiner Meinung nach) überteuerten Hostel in der Nähe ein. Was aber gar nicht notwendig ist, denn man kann morgens um 7 Uhr direkt den ersten Bus Richtung Santa Marta nehmen (der Gleiche Bus, mit dem man nach Palomino angereist ist) und einfach am Nationalpark aussteigen. Nichts leichter als das, denn der Busfahrer kennt das natürlich und du wirst aufgerufen, wenn der Park der nächste Halt des Busses ist. Im Park an sich, bzw. am Eingang kann es gerne mal voll werden. Mit dem Bus um 7 kamen wir aber früh genug an und standen nur ca. 30 Minuten in der Schlange. Wir zahlten für unseren Besuch 57500 COP, also ca. 13€, hinzu kommt eine Gebühr für eine Versicherung für 5000 COP, ca. 1.10€. 

Direkt nach dem Eingang verteilen sich die Menschenmassen zum Glück recht gut und wir machten uns zu Fuß auf Richtung Cabo San Juan, denn hier befinden sich die bekanntesten Strände des Nationalparks. Auf dem Weg kamen wir bereits an wunderschönen Aussichtspunkten und Stränden vorbei und entdeckten so einige Affen. Mittags kamen wir am Cabo San Juan an und kühlen uns im Wasser erstmal ab. Hier im Park kann man auch übernachten und den Abend bzw Morgen danach ohne die ganzen Tagestouristen verbringen. Wir entschieden uns jedoch dagegen. Nach der Abkühlung im Wasser gab es zu Mittag einen Snack (selbst mitgebracht) und dann machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Man kann anstelle des Wanderns auch von Pferden zu den Stränden gebracht werden. Macht das bitte auf gar keinen Fall! Die Tiere werden leider absolut nicht artgerecht gehalten, sind den ganzen Tag gesattelt und gezäumt und werden in der Hitze einfach am Baum angebunden, wenn sie keine Kundschaft bedienen.

Minca

Minca - mein persönliches Kolumbien Highlight. Von Palomino aus sehr leicht per Bus zu erreichen. Zunächst mit dem Bus von Palomino zurück nach Santa Marta und dort am Marktplatz in den nächsten Kleinbus nach Minca steigen. Es war wirklich genau so einfach, wie es sich anhört. Die Locals kennen das natürlich und an den Backpacks sind wir ja auch nicht schwer zu erkennen, so wurden wir einfach direkt zum Bus nach Minca geleitet.

Minca ist ein kleines Bergdörfchen in der Sierra Nevada, einer Bergkette unweit der Küste. Zur passenden Jahreszeit kann man die schneebedeckten Gipfel vom Strand aus erkennen, ziemlich einmalig. 

Wir hatten uns in eine besondere Unterkunft eingebucht, mit 42€ sicherlich etwas über dem, was wir eigentlich für Unterkünfte ausgeben wollten, das war es uns hier aber allemal wert. Das Costeno River Hostel* liegt ca. 10 Minuten aus dem Ortskern entfernt direkt am Fluss. Die Aufmachung des Hostel ist einfach toll, die Aufenthaltsbereiche laden zum Entspannen in Hängematten oder Netzen direkt an der Flussmündung ein. Frühstück war ebenfalls inkludiert, was will man mehr? Hier also eine ganz klare Empfehlung für das Costeno River Hostel.

Was macht man denn sonst so in Minca? Wandern natürlich. Es gibt einige Wasserfälle zu sehen und für die ganz Sportlichen, so wie wir, kann man noch einen 15km Rundweg mit Ausblick auf Santa Marta und die Küste wandern. Ob ich das empfehlen würde weiß ich nicht, dazu aber später mehr.

Den ersten Wasserfall, den wir besuchten war Cascada Oido del Mundo. Es gibt hier keine Eintrittspreise und keine Öffnungszeiten. Wir kamen direkt morgens um 8 Uhr zu Fuß nach einer kleinen Wanderung von etwa 20 Minuten aus dem Ortskern. Frühstück hatten wir im Gepäck und da wir zu dieser Uhrzeit ganz alleine dort waren, konnten wir die Wasserfälle ganz für uns genießen.

Nachdem wir uns gestärkt hatten ging die Wanderung weiter zu den Cascadas de Marinka. Anders als beim kleinen Wasserfall Oido del Mundo wird hier eine Gebühr von 10000 COP (ca. 2,35€) verlangt. Die Anlage war dementsprechend auch absolut für den Tourismus ausgelegt, einen natürlichen Wasserfall sucht man hier vergeblich. Es gibt ein kleines Café, einige Netze und Hängematten zum Chillen, sowie einige kleine Stände mit Mitbringseln zum Kauf. Die Anlage war allerdings wirklich gut gepflegt und schön hergerichtet und wenn man das einmal kurz ausblendete, war man von den Wassermassen, die die Wasserfälle (es gibt 3 Ebenen) hinunter stürzte ganz schön beeindruckt.

Wenn man nun ganz verrückt ist (so wie wir) wandert man den Weg weiter hoch in den Regenwald. Ganz verrückt weil: die gesamte Rundwanderung betrug ca. 25km und die Aussicht war eigentlich eher mau. Wir waren aber ja irgendwie absolute Weltreise- oder auch Hiking- Newbies, hatten von der App Alltrails z.B. noch nie gehört und folgten nur der Erklärung, die ich auf irgendeinem Blog gelesen hatte. Wie lang die Wanderung sei, stand dort nicht. Es war natürlich nicht alles schlecht. Wir kamen gefühlt durch die verschiedensten Klimazonen von Regenwald über Nebelwald bis es oben richtig frisch wurde und sahen viele bunte Vögel und Echsen. Nach ca. 13km bergauf (!) kamen wir nun also bei den Los Pinos (Pinien) an und erhaschten einen Ausblick auf Santa Marta und die Karibikküste. Meist ist es ja so, dass es nach einem Viewpoint wieder bergab geht und man das Schlimmste geschafft hat. Hier nicht der Fall, weitere 3km ging es bergauf und dann 9km bergab bis wir irgendwann wieder in der Unterkunft ankamen. Was will ich nun eigentlich damit sagen? Es war eine Erfahrung, aber nicht unbedingt eine lohnenswerte. Und falls ihr nun doch immer noch nicht abgeschreckt seid: Informiert euch vorher besser über die Wanderung als ich (Stichwort: AllTrails) und packt genug Essen und Trinken ein.

Medellin

Eine Stadt, von der sicher jeder schon einmal gehört hat. Bis vor einigen Jahren galt die Metropole als gefährlichste Stadt der Welt und um den Namen “Pablo Escobar” kommt man hier auch nicht ganz drum herum. Aber die Stadt hat sich gemausert und ist immer mehr im Wandel zu einer der angesagtesten Städte in Südamerika. 

Und wie lernt man nun so eine berüchtigte Stadt am Besten kennen? Na klar - mit einer Free Walking Tour. Das Besondere hier: Die meisten Free Walking Touren führen nicht wie z.B. in Bogota durch den belebtesten Teil der Stadt an den Sehenswürdigkeiten vorbei. In Medellin zieht es die Touristen hauptsächlich in ein ganz besonderes Viertel: die Comuna 13. Eine der 16 Comunas der Stadt, in der bis vor einigen Jahren Drogenbanden um ihre Territorien kämpfen. Hier fanden regelmäßig Straßenschlachten zwischen den Kartellen und der Polizei oder dem Militär statt. Vielen natürlich bekannt aus der Serie Narcos. Doch hier ist heutzutage ein Wandel zu spüren, wie in keinem anderen Teil der Stadt. Die Jugendlichen drücken ihre Gefühle durch Graffitis aus oder tanzen in den verschiedensten Streetdancegruppen - Kolumbiens Art, die Jugendlichen von der Straße zu holen und so zu verhindern, dass sie in einer der Kartelle landen. 

Einen weiteren Schub, das eher abgeschnittene Viertel zu einem Touristenmagneten zu machen, war der Bau der berühmten Rolltreppen, denn die Comuna 13 liegt am Hang und ist sonst schwer zu erreichen.

Wir wählten für unseren Besuch in der Comuna 13 den Anbieter “Zippy Tour”, den ich nur herzlich empfehlen kann. Unser Guide Steven, der im Viertel aufgewachsen war führte uns so authentisch durch die Gassen und gab uns so viel Information mit auf den Weg, dass es wohl jeden Teilnehmer in seinen Bann zog.

Aber auch außerhalb der Comuna 13 hat Medellin einiges zu bieten. Wir kamen in 2 verschiedenen Unterkünften unter. Während eins der Hostels im bekannten Touristenviertel El Poblado gelegen war, fanden wir das 2. Hostel im weniger touristischen Viertel Aranjuez unweit vom botanischen Garten. Hier tobte das Local Life. Abends gab es sämtliche kleine Stände mit Streetfood und die Menschen saßen in den Straßen zusammen. Wir ließen uns ein wenig durch die Stadt treiben, die mit der Metro unglaublich gut zu erkunden ist und fühlten uns dabei immer sicher. 

Ein weiteres Highlight und ganz oben auf der To-do-Liste für Medellin steht sollte sicherlich auch eine Gondelfahrt zum Park Arvi stehen. Leider ging es mir während unseres Aufenthaltes nicht ganz so gut, weshalb wir auf einen Besuch des Parks verzichteten.

Salento

Ach, Salento. Ich hatte mich zuvor bereits für Minca als meinen Lieblingsort in Kolumbien entschieden. Wo ich nun aber wieder an Salento zurückdenke, bin ich mir mit meiner Entscheidung gar nicht mehr so sicher. Salento ist ein kleines Bergdörfchen in den kolumbianischen Anden und liegt auf knapp 1900m Höhe. Zwar ist das Dorf vollkommen auf den Tourismus ausgerichtet und gerade am Wochenende kann es durch die viel reisenden Kolumbianer gerne mal voll werden, dennoch hat es einfach einen ganz eigenen reizvollen Charme. Aufgrund eines günstigen Fluges nach Panama verbrachten wir sogar eine ganze Woche im Örtchen und konnten es somit voll auskosten.
Bekannt ist Salento wohl vor allem für Eines: das nahegelegene “Valle de Cocora”, das Tal mit den höchsten Palmen der Welt. Wachspalmen um genau zu sein werden bis zu 60m hoch.

Das Tal ist noch etwa 10km vom Ort entfernt, aber durch die sogenannten “Willy’s” sehr gut zu erreichen. Die Pick Ups fahren vom zentral gelegenen Marktplatz jede halbe Stunde. Wir nahmen direkt den 1. Wagen morgens um 7 Uhr und kamen kurze Zeit später an. Den besten Tag hatten wir uns nicht ausgesucht, dachten wir zumindest zunächst, denn es regnete wie aus Eimern. Im Nachhinein finde ich aber, dass die tiefhängenden Wolken das wunderschöne Tal noch mystischer und beeindruckender machten. Ähnlich wie im Regenwald, wenn dort die Sonne scheint, wirkt auch alles gar nicht so authentisch. Durch das Tal führt ein 10km langer Wanderrundweg, der einige tolle Ausblicke bietet. Aufgrund des Wetters und des sehr rutschigen Bodens entschieden wir uns aber, nicht den ganzen Weg anzutreten und nach dem 2. Viewpoint umzukehren. 

Was sonst gibt es in Salento zu entdecken? Der Ort an sich und seine bunten Häuschen natürlich. In den Gassen finden sich viele kleine Shops mit Souvenirs, niedliche Cafés mit sehr leckerem Kaffee und tolle Restaurants.

Außerdem ein schöner Aussichtspunkt, der über wenige Treppen erreichbar ist und besonders zum Sonnenuntergang einen tollen Blick über die Berge bietet. Zum Mittagessen gingen wir fast ausschließlich zu “La Gato Carola”, einer Empfehlung unseres Hosts. Hier gab es für ca. 3€ ein vegetarisches Menu del Dia, das aus einer Suppe, Pilzrisotto und einem Nachtisch bestand. Absolute Weiterempfehlung! Empfehlenswert ist auch das Restaurant “El Chacharrito”; Auf der Speisekarte findet sich eine große Auswahl an Burgern wieder, die wahlweise alle vegetarisch bestellt werden können. Es wird einfach das Patty ausgetauscht. Tolle Idee, wie ich finde.
Eine traditionelle Speise in Salento, die man unbedingt probieren sollte, ist die sogenannte Patacon, eine frittierte Kochbanane in Form eines Pfannkuchens, die man mit sämtlichen Dingen belegen lassen kann, z.B. Frischkäse, Gemüse oder auch Fleisch. Die Patachon findet man in einigen Restaurant, aber die angeblich wahre nur im Restaurant “Super-Patacon”.

In der Gegend um Salento herum sind einige Kaffeefarmen ansässig. Fun Fact passend dazu: Der kolumbianische Kaffee ist überall in der Welt bekannt und beliebt, die besten Bohnen werden aber alle exportiert. Im Land selbst wird nur der qualitativ weniger hochwertige Kaffee angeboten. Aber keine Sorge, auch der schmeckt noch unfassbar gut.

Um etwas über Anbau und Ernte der Kaffeebohnen zu erfahren, bieten die Farmen Touren an. Wir entschieden uns für die Farm “La Azarkia” und machten uns aus dem Ortskern zu Fuß auf zu unserer Tour. Wir gingen nur etwa 30 Minuten und die Landschaft um Salento herum ist so schön grün und belebt, dass ein kleiner Spaziergang absolut empfehlenswert ist. Auch die Tour beeindruckte uns. Unser “Tourguide” war ein Chilene, sprach sehr gutes Englisch und man spürte vom ersten Augenblick, wie viel Leidenschaft er für den Kaffee hegte. Wir durften eigene Kaffeebohnen pflücken (ganz schön harte Arbeit übrigens, da die Farm nur von 2 Mitarbeitern betrieben wird), mahlen und den Kaffee anschließend natürlich probieren.

Und damit nicht genug, in Salento bietet es sich an, Kolumbiens Nationalsportart auszuprobieren bei einem Spiel in der dafür vorgesehenen Arena. Diese Nationalsportart nennt sich Tejo. Mit Diskussen aus Stahl wirft man auf Schießpulver auf einer Art Board. Trifft man, verursacht man eine Entzündung und einen lauten Knall. Das Spiel ist mehr als simpel, macht aber wirklich Spaß und man fühlt sich, als würde man die Möglichkeit haben einmal so richtig zwischen den Locals zu sein. Viel Bier gehört hier natürlich dazu.

Ein paar persönliche Empfehlungen auf einen Blick

  • Botanico Hostel, Bogota*

  • Restaurant Loto Azul Vegetariano, Bogota

  • Hostel Jui Chi Ma, Palomino*

  • Barba Beach Arabic Food, Palomino - die Platte Falafel spezial ist hier der Hit

  • Costeno River Hostel, Minca*

  • Sunset in der Bar des Casa Loma Hostels, Minca

  • Zippie Tour, Medellin für Comuna 13 Tour

  • Restaurant En Sintropia, Medellin (vegetarisches Menu del Dia)

  • Corner House Hostel, Salento*

  • Tour auf der Kaffeefarm La Azarcia, Salento

  • Restaurant La Gato Carola, Salento (veg. Menu del Dia)

  • Restaurant Brunch de Salanto, jeder Burger ist wahlweise veggie oder vegan bestellbar

Affiliate Links und Kaffeekasse:
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